Mönchengladbach: Viele Gaskunden sind sauer
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 16:20Mönchengladbach (RPO). Ab dem 1. Oktober sinken die Gaspreise. Das freut normalerweise den Verbraucher. Doch in der Stadt gibt es auch Kunden, die sich schwarz ärgern. Wer nämlich im April einen Festpreis mit New Energie abgeschlossen hat, zahlt plötzlich mehr.
New Energie
Etwa 95 000 Kunden hat New-Energie in Mönchengladbach.
Um rund 25 Prozent sank der Gaspreis von Dezember 2008 bis April 2009. Deshalb wurde zu diesem Zeitpunkt ein größeres Kontingent gekauft, dass den Kunden zum Festpreis angeboten wurde.
New Energie gehört nicht zu den rund 300 Gasversorgern, die ihre Preise zum Oktober bzw. November erneut senken. New hat dies bereits in den vergangenen Quartalen getan.
33.000 Kunden haben zugegriffen, als New Energie im Frühjahr einen Festpreis für Gas offerierte. 5,57 Cent pro Kilowattstunde für einen normalen Haushalt und das garantiert für zwei Jahre - für viele war das ein verlockendes Angebot angesichts der vorangegangenen Höhenflüge bei der Preisentwicklung. Also griffen sie im April zu und schlossen mit dem Versorgungsunternehmen einen Vertrag, der ab morgen, 1. Oktober, Gültigkeit hat. Jetzt ärgern sich etliche Kunden schwarz, den Schritt unternommen zu haben.
Unerwartete Talfahrt
Denn was damals noch niemand wusste: Die Gaspreise gingen auf eine unerwartete Talfahrt. Ab Mittwoch kostet die Kilowattstunde nur noch 4,89 Cent. Aber eben nur für die Kunden, die keinen Festpreis mit der NVV-Tochter vereinbart haben. Alle anderen zahlen nämlich die festgesetzten 5,57 Cent. Vertrag ist Vertrag. Für einen normalen Haushalt macht das im Jahr einen Unterschied von etwa 135 Euro aus. Das heißt: So hoch wäre die Differenz, wenn es vorerst keine Preisanpassung mehr gäbe.
Das ist aber ziemlich unwahrscheinlich. Jedes Quartal werden die Gaspreise angeglichen. „Das heißt, uns stehen in den kommenden zwei Jahren noch acht Preisanpassungen bevor”, sagt Dr. Wolfgang Hüppe, Geschäftsführer von New Energie. Denkbar wäre natürlich, dass die Preise weiter sinken. Wahrscheinlicher ist aber ein Wiederanstieg.
Experten gehen davon aus, dass es spätestens zum Beginn der Heizperiode so weit ist. Denn der Gaspreis ist an den Leichtölpreis gekoppelt. Und wenn beim Öl die Nachfrage steigt, bleibt das nicht ohne Auswirkungen. Gängiges Prozedere in erdölproduzierenden Ländern: Gibt es einen Überschuss an Öl wie zurzeit, wird die die Produktion gedrosselt, um die Preise wieder steigen zu lassen.
Als die NVV im Frühjahr das Festpreis-Kontingent kaufte und seinen Kunden offerierte, war es innerhalb von zehn Tagen vergriffen. „Wir haben damals ein Angebot gemacht, dass unter den Preisen zum damaligen Zeitpunkt lag”, sagt Hüppe. „Denn wir haben unser Festpreiskontingent zu einem ziemlich günstigen Zeitpunkt eingekauft.” Der Verbraucher griff zu. Die starke Nachfrage wunderte selbst die NVV. Dass nun ausgerechnet zum Inkrafttreten der geschlossenen Verträge die Festpreisgarantie vom Marktpreis unterschritten wird, damit habe man damals nicht rechnen können, sagt Hüppe.
Auch der Geschäftsführer von New Energie geht davon aus, dass die Gaspreise wieder steigen werden. Kunden mit Festpreisgarantie, die sich heute ärgern, könnten am Ende also doch noch die lachenden Gewinner sein.
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