Mönchengladbach: Viele Unfälle, wenige Verletzte
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 09.09.2009Mönchengladbach (RPO). 2009 könnte laut Unfallstatistik zu einem Rekordjahr werden. Aber wenn es in Gladbach kracht, bleibt es in den meisten Fällen bei Blechschäden. Der tödlich verunglückte Motorradfahrer vom Wochenende ist die Ausnahme.
Der Motorradfahrer, der am Wochenende auf der B 57 in Rheindahlen gegen einen Baum geprallt war, ist der dritte Verkehrstote in diesem Jahr in Mönchengladbach. Aus bislang noch ungeklärter Ursache hatte der 21-Jährige die Kontrolle über sein Motorrad verloren und war später an seinen inneren Verletzungen gstorben. Die Strecke auf dem Rheindahlener Land lädt zwar zum Schnellfahren ein und überhöhte Geschwindigkeit ist ohnehin die häufigste Unfallursache in Mönchengladbach.
Dennoch handele es sich bei der Strecke nicht um einen Unfallschwerpunkt, sagte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen. "Es gibt in Mönchengladbach keinen Schwerpunkt, an dem es besonders oft kracht", sagte Theveßen. Stattdessen gebe es ein so genanntes Risikostraßennetz, auf denen die meisten Unfälle passieren. Und das seien die Hauptverkehrsachsen in Mönchengladbach. Dazu gehören Straßen wie die Krefelder Straße oder die Bismarckstraße.
"Heftiger Anstieg"
Zwar krachte es auf solchen vielbefahrenen Straßen in diesem Jahr bislang rekordverdächtig häufig. Erst kürzlich hatte Karl-Heinz Opdensteinen, Leiter der Direktion Verkehr einen "heftigen Anstieg" im ersten Halbjahr verkündet. Die Zahl der Verkehrsunglücke war auf 4528 gestiegen, das waren knapp 400 mehr als im Vergleichszeitraum 2008. Bleibt es bei dieser Tendenz, würde 2009 als ein Rekordjahr der Verkehrsunfälle in die Statistik eingehen.
Allerdings verlaufen die allermeisten Unfälle in Mönchengladbach glimpflich. Im ersten Halbjahr wurden zwar 612 Personen im Straßenverkehr verletzt, allerdings erlitten nur 85 von ihnen schwere Verletzungen. Das ist ein Rückgang um 19 Prozent. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschäden ist deutlich zurückgegangen. Drei Verkehrstote in diesem Jahr, und 2008 war es sogar nur einer. Auch wenn jeder Verkehrstote einer zu viel ist, gibt es einen deutlichen Rückgang. Früher hätte es jeden Monat einen tödlichen Unfall gegeben, sagt Theveßen.
Dass die allermeisten Unfälle ohne schwere Folgen bleiben, liegt nicht nur daran, dass die modernen Fahrzeuge sicherer geworden sind. Tödliche Unfälle geschehen eher auf Landstraßen, die eng sind und auf denen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit gerne überschritten wird. Doch davon gibt es in Mönchengladbach nicht viele. "Landbehörden haben mit Todesfällen eher Probleme als Behörden in der Stadt", sagt Theveßen. Motorradfahrer, die die Maschine ausreizen wollen, tun das ebenfalls eher auf dem Land als in der Stadt. Und junge, unerfahrene Autofahrer, die nachts von der Disco mit dem Auto nach Hause fahren, sind ebenfalls eher auf dem Land anzutreffen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





