kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Mönchengladbach: Vier Jahre Koalition: Die Bilanz

VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.07.2009

Mönchengladbach (RPO). Papier ist zwar geduldig, aber auch unbestechlich. Wir haben nachgelesen, was CDU und FDP 2004 im Wahlkampf versprochen haben. Umgesetzt wurde nur ein Teil – aus unterschiedlichen Gründen. Anderes ist nicht abgeschlossen, aber auf dem Weg. Und einige Projekte verhinderten andere.

VERSPROCHEN - GEHALTEN Die Einführung des kommunalen Ordnungsdienstes stand 2004 im Wahlprogramm der CDU. Tatsächlich patrouillieren die Ordnungshüter mit eigenen Fahrzeugen und Uniformen durch die Stadt und haben jede Menge zu tun. Das steigert das Sicherheitsgefühl besonders älterer Menschen und hilft, die Stadt sauberer zu machen.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und die Entwicklungsgesellschaft sollten nach der Vorstellung der CDU enger zusammenrücken. Durch die Personalie Schückhaus, schon lange WFMG- und jetzt auch alleiniger EWMG-Geschäftsführer, ist dies gelungen. Das hilft beim Verkauf städtischer Flächen – was unerlässlich ist, um die leere Stadtkasse zu füllen und Einnahmen aus Gewerbesteuer zu sichern. Dass beide unter einem Dach vollends zusammenwachsen, ist nicht mehr fraglich.

Mönchengladbach hat statt zehn nur noch vier Stadtbezirke. Das hätte die CDU zwar gerne vermieden. Partner FDP ließ es jedoch nach der Wahl in die Kooperationsvereinbarung schreiben. Nach langem Hin und Her kam es tatsächlich zur Reduzierung. Sie hat einen im Moment zwar noch nicht sichtbaren, mittelfristig aber großen Wert. Das Kirchturmdenken (bekommt der eine Stadtteil eine Turnhalle, braucht der andere einen neuen Sportplatz) nimmt zwangsläufig ab.

Die beiden herausragenden Kulturangebote der Stadt, das Museum Abteiberg und das Theater, kosten Geld. Viel Geld. Beide Einrichtungen mussten für hohe Millionenbeträge saniert werden. Beides ermöglichten CDU und FDP. Für das Theater wurde gleichwohl ein Sparplan aufgelegt, der die Steigerung der laufenden Kosten begrenzt.

AUF DEM WEG Die Innenstädte von Rheydt und Mönchengladbach sollten attraktiver werden. Noch steht kein Kran. Noch immer leidet Rheydt unter erheblichem Leerstand. Noch immer fehlt es Gladbach an einem Magneten. Doch für beide Innenstädte sind wegweisende Entscheidungen getroffen. Investoren arbeiten gerade Pläne für eine große Einkaufsgalerie in der Gladbacher City aus. Für die Rheydter Innenstadt gibt es einen Umgestaltungsplan.

VERSPROCHEN - GEBROCHEN CDU und FDP wollten die Krankenhäuser zu einer gemeinsamen Holding zusammenfassen. Daraus wurde nichts – auch weil die unterschiedlichen Träger daran kein Interesse hatten.

Der Flughafen sollte ausgebaut, die L 19 angelegt werden und die Stadt eine Intercity-Verbindung bekommen. Aus allen drei Verkehrsprojekten wurde nichts, wobei der konkrete Einfluss der Stadt jeweils gering ist. Den Ausbau des Flughafens blockierte erbittert der Düsseldorfer Flughafen. Nun ist immerhin ein Geschäftsflughafen denkbar. Die L 19 ist Landessache. Ihr Verlauf wird gerade geprüft. Über die Bahnstrecken entscheidet die Bahn. Und die stellt Mönchengladbach und Rheydt weiter aufs Abstellgleis.

Das Haus Westland sollte neu gebaut und zum Verwaltungsstandort werden. Das überlegte sich der Investor anders. Der in die Jahre gekommene Großbau in Toplage steht noch unangetastet im Charme der 50er-Jahre da.

Den Schuldenabbau hatte nur die FDP in ihrem Programm. Tatsächlich sind die Schulden weiter angestiegen, auf unfassbare 1,2 Milliarden. Schon in zehn Jahren ist die Stadt – selbst wenn man alle Vermögenswerte wie öffentliche Gebäude und Straßen gegenrechnet – insolvent. Die Einnahmen stimmen. Die Ausgaben sind viel zu hoch, was aber auch an den ständig steigenden Ausgaben für Sozialhilfeempfänger liegt.

Und dann gab es noch eher kuriose Versprechungen. Dass es wirklich "Arbeit für alle" geben würde (so der Titel eines CDU-Ziels) oder die Verwaltung für den Bürger bis 20 Uhr geöffnet sein würde (wie die FDP wollte), hatte wahrscheinlich eh nicht ernstlich ein Wähler der beiden Parteien angenommen.

VERSCHLAMPT So deutlich hatten es CDU und FDP nicht angekündigt, doch nötig wäre es seit langem: ein Schulkonzept, das aufgrund der geringer werdenden Schülerzahlen verlässlich festlegt, welche Schulen wann geschlossen werden. Dazu fehlte der Koalition der Mut. Denn es wird Proteste der Betroffenen geben. So wird weiter munter Geld in Einrichtungen gesteckt, die es mangels Schülern schon bald nicht mehr geben wird.

Genau so, wie dazu, bei all den Anforderungen aus den Stadtteilen (wir brauchen dringend ein neues...) auch mal "Nein" zu sagen. So wurde die Totenhalle in Holt – für knapp eine Million Euro gebaut für eine Handvoll Trauerfeiern – zu einem (immerhin hübsch anzusehenden) in Stein und Glas gehauenem Symbol für Bezirksfürstentum.

VERSUCHT - GESCHEITERT In zwei Punkten könnte die Stadt weiter sein. Doch Opposition und Bürger wollten den in diesen Fällen richtigen Ideen der CDU nicht folgen. Eine neue Sportanlage für Giesenkirchen wollte die CDU mit Hilfe eines neuen Baugebietes finanzieren. Dass die Bürger da nicht mitmachten, ist zwar schade, hat sich die CDU wegen ihrer unzulänglichen Kommunikationsstrategie letztlich selbst zuzuschreiben. Ein nagelneues Pahlkebad könnte schon stehen. Doch das wollte die SPD aus politischen Gründen nicht und ließ den 60er-Jahre-Nutzbau zum Denkmal erklären. Nun muss der alte Kasten für sieben Millionen renoviert werden – und bleibt noch etwa zwei Jahre geschlossen. ABGEBROCHEN Angelegt war die Kooperation auf fünf Jahre. Doch nach vielen Streitereien um Inhalte, immer wieder aber auch um Posten, kam es im Februar zur Last-Minute-Scheidung. So endet die Bilanz nach gut vier, statt nach fünf Jahren. Eine Fortsetzung ist gleichwohl möglich. Auch nach dem 30. August könnten CDU und FDP wieder genug für eine Ratsmehrheit bekommen.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Der ganz normale Basti"

Hückeswagen

"Der ganz normale Basti"

Im Interview mit unserer Redaktion spricht der 17-Jährige über seine Musik, seine Schulzeit ... mehr 

Ratingen

Navi-Diebe auf Reisen

Der Markt, auf dem gestohlene Navigationsgeräte (Navis) und Airbags unter der Hand verkauft ... mehr 

Video

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Aus der Nachbarschaft

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Anderson und Rupp kehren zurück

Neue Namen werden viele gehandelt in diesen Tagen, wenn von möglichen Zugängen bei Borussia die Rede ist. Zunächst rücken jedoch zwei alte Bekannte wieder in den Fokus. VON Thomas Grulke  mehr

 

Notfall-Szenarien für Griechenland

Wird die neue Drachme schon gedruckt?

 

22-jährige Studentin stirbt bei Autounfall

Marina Keegans Tod bewegt das Netz

 
 

Klose vor der Nase, Dzeko im Nacken

Mario Gomez trifft – und schmollt

Meistkommentiert

Bluttat in Bonn

Videokamera filmt Messerstecher

Die Polizei kann bei ihren Ermittlungen im Fall der tödlichen Messerattacke auf einem Bonner Bahnsteig, bei der am Donnerstag ein 26 Jahre alter Mann getötet wurde, auf Bilder einer Überwachungskamera zurückgreifen. Von Christian Schwerdtfeger  mehr

Mehr nachrichten aus Mönchengladbach

Mönchengladbach

Letzte Probe fürs Nato-Musikfest

Im Borussia-Park kamen Freitag alle Musiker des NATO-Musikfests erstmals für die Generalprobe zusammen. Bei den Norwegern galt es, ein akustisches Problem zu lösen. Die Ungarn sorgten schon bei ihrer Anreise für Aufregung. Die Gruppen treten Samstag ... VON laura schameitaT  mehr

 

Mönchengladbach

Beerdigung ohne Pfarrer

Es wird immer schwieriger, für Beerdigungen einen Pfarrer zu finden. Deshalb müssen Trauernde zunehmend auf Laien als Begräbnishelfer zurückgreifen. Das akzeptieren nicht alle Angehörigen. VON inge schnettler  mehr

 
 
 
 
 
Anzeige:
Restaurant-Tipps für M. Gladbach


Bilder aus Mönchengladbach
 

RP ONLINE-Seminarreihe

So werden Sie bei Google gefunden

bornewasser.jpg

Unsere kompetenten Referenten zeigen Ihnen die Tricks der Suchmaschinen und sorgen dafür das Sie besser und schneller gefunden werden. mehr 

Familienanzeigen
TOP-SERVICES
Regio Extras