Mönchengladbach: Volle Kraft für eisfreies Grün
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 09.01.2010Mönchengladbach (RPO). Der strenge Winter lässt in der Stadt fast nirgendwo ein Fußballspiel zu. Im Borussia-Park sorgen zwei Rasenheizungen dafür, dass die Profis trainieren und nächsten Samstag den Rückrundenauftakt bestreiten können. Dafür laufen drei Heizkessel auf Hochtouren.
Tief im Bauch des Borussia-Park dröhnt es gewaltig. Die drei Heizkessel mit einer Leistung von insgesamt 4200 Kilowatt arbeiten bei den derzeitigen Temperaturen und Witterungsverhältnissen auf Hochtouren. Alleine 2400 kW benötigt Borussia für die Beheizung ihrer Fußballfelder. Anton Häring geht einmal pro Tag in den Heizungsraum, um nachzusehen, wie viel Gas er verbraucht hat. Ansonsten kann der Leiter der Betriebstechnik die Rasenheizung vom Computer aus bedienen. "Mit dieser Gebäude-Leittechnik brauche ich nirgendwo mehr ein Ventil zu drehen, sondern muss nur noch die gewünschte Vorlauftemperatur eingeben. Und das kann ich sogar von zuhause aus machen", sagt der 71-Jährige.
Heutiges Training gefährdet
Zwei Plätze sind im Borussia-Park mit einer Rasenheizung ausgestattet. Neben dem Hauptplatz im Stadion wird auch der vordere der beiden Trainingsplätze der Profis von Schnee und Eis befreit – zumindest so gut es geht. "Bei den jetzigen extremen Verhältnissen bekommt man den Platz nicht komplett eisfrei", sagt Häring. Seit Tagen läuft die Rasenheizung auf dem Trainingsplatz mit voller Kraft, doch eine leichte Schicht lauter vereinzelter Eisplättchen überzieht weiterhin das Grün. Sollte in der Nacht viel Schnee gefallen sein, sieht Borussias langjähriger Mitarbeiter schwarz für das für heute Nachmittag angesetzte Training.
Dabei funktioniert die Rasen- wie eine normale Fußbodenheizung. 20 Zentimeter unter dem Boden fließt die Wärme durch die Kunststoffrohre, derzeit mit der Vorlauftemperatur von 35 Grad. "Wir könnten auch mehr heizen, doch das würde die Wurzeln kaputt machen", sagt Häring. Am Computer kann er ablesen, dass die Wurzeltemperatur bei 13,5 und die Bodentemperatur bei neun Grad liegt. Und auch im Stadion steigen die Werte. Denn die Rasenheizung kann nicht erst am nächsten Freitag angestellt werden, damit Borussia dann am Tag darauf ihr Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum auf sattem Grün bestreiten kann. "Wir haben jetzt eine Woche Zeit den Schnee vom Platz zu bekommen", sagt Häring, der von 1970 an 34 Jahre lang stets einen spielfähigen Platz auf dem legendären Bökelberg bereit stellte. Schnee auf einem eisfreien Platz ist aber auch kein großes Problem. Bei einer vereisten Fläche ist es dagegen wichtig, das Eis so nah wie möglich an die Erde zu bringen und es nicht oben auf den Grashalmen liegen zu lassen. Notfalls müssen die Ordner dann selbst Hand anlegen.
Ordentlich einheizen
"Wir schlagen einen Pflock in die Spielfeldmitte und ziehen mit einer Metallkette um ihn herum über den Platz. Damit lockern wir die Eisschicht", erklärt Häring. Zudem hat Borussia auch spezielle Maschinen, mit denen das Feld geräumt werden kann. "Das würde dem Platz aber sehr schaden", sagt der gebürtige Bayer, der sich um die Partie gegen Bochum keine Sorgen macht. Denn dem Spielfeld wird er bis nächsten Samstag schon ordentlich einheizen.
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