Mönchengladbach: Vom Feld auf meinen Teller
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.10.2007Mönchengladbach (RPO). Selbstgezüchtet, gesund, erntefrisch. Studentinnen der Hochschule Niederrhein haben zusammengetragen, wo Mönchengladbacher Leckeres „von nebenan“ kaufen können. Der Einkaufsführer für regionale Produkte ist da.
Erdbeeren im Dezember? Zucchini im Januar? Im Supermarkt ist alles möglich. Damit der Kunde das ganze Jahr hindurch mit Obst und Gemüse versorgt ist, werden Nahrungsmittel nicht selten um die halbe Welt transportiert. „Besser ist es aber, erntefrisch zu genießen“, sagen Oecothrophologie-Studentinnen der Fachhochschule Niederrhein. Katrin Harnacke, Julia Keimp und Michaela Vogt hielten es wie Goethe: „Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah.“ Sie spürten in Mönchengladbach und Umgebung Direktvermarkter auf, und kreierten mit Unterstützung des Umweltverbandes BUND den regionalen Einkaufsführer. Was bietet der Einkaufsführer? In ihm werden 43 Adressen von Hofläden, Bauernhöfen, Gemüsebauern oder Züchtern aufgelistet. Alle bieten regionale Produkte an von A wie Apfel bis Z wie Ziegenfleisch und -käse. Der Einkaufsführer führt Öffnungszeiten auf und nennt die Besonderheiten des Angebotes. Beispiele: ein asiatischer Händler, der die Zutaten seiner angebotenen Frühlingsrollen selbst im eigenen Mönchengladbacher Garten züchtet, ein Hof in Großheide, auf dem es Eierlikör aus eigener Herstellung gibt, oder der Familienladen in Hardt, der sich auf Holunderprodukte spezialisiert hat. Zur Orientierung für Kunden wurde auch ein Saisonkalender für regionales Obst und Gemüse aufgenommen. „So kann der Verbraucher testen, ob die dargebotenen Produkte tatsächlich erntefrisch vom Feld kommen oder dazugekauft sein müssen“, sagt Markus Profijt vom BUND. Warum regionale Lebensmittel? „Saisonales Obst und Gemüse ist meistens besser ausgereift und damit auch reicher an Vitaminen und gesundheitsfördernden Stoffen, den so genannten sekundären Planzenstoffen“, sagt Cornelia Rohde, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Oecotrophologie. Regionale Produkte sind zudem umweltfreundlicher, weil durch kürzere Transportwege viel Energie eingespart und viel weniger Kohlendioxyd ausgestoßen wird. Außerdem: Wer heimische Produkte kauft, unterstützt die (Land-)Wirtschaft der Region. Klasse statt Masse Auf heimische Produkte wie Kohl und Möhren zurückzugreifen, heißt nicht: verzichten. „Sie können viele im Supermarkt nicht erhältliche Apfelsorten kennen lernen oder in Vergessenheit geratene heimische Gemüsesorten wiederentdecken, wie zum Beispiel Löwenzahn, Rauke, Steckrübe oder Pastinake“, sagen die Studentinnen. Wo gibt es die Broschüre? Die Broschüre ist unentgeltlich und liegt ab sofort in der Stadtbibliothek sowie bei der Familienbildungsstätte (jeweils in Mönchengladbach und Rheydt), in der Verbraucherzentrale und in der Hochschule Niederrhein, Rheydter Straße 277, Zimmer 106, montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, aus. Ab Montag, 15. Oktober, ist der Einkaufsführer auch per Internet abrufbar: www.hs-niederrhein.de/fb05.
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