Mönchengladbach: Vuvuzela: Borussia stoppt Tröte
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Mönchengladbach (RPO). Als dritter Verein in der Fußball-Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach das umstrittene Fanutensil verboten. Dabei war Gerd Kehrberg, der die Tröten in ganz Europa vermarktet, selbst sieben Jahre lang Borussen-Spieler.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist vorbei, das letzte Tröten der Vuvuzelas beim Finale ist längst verklungen. Doch mitnichten wird das afrikanische Faninstrument damit in der Versenkung verschwinden.
Denn die Weltmeisterschaft auf dem schwarzen Kontinent hatte enorme Auswirkungen auf die Fankultur, wie Experten vermuten, und der Start der Bundesliga steht vor der Tür. Borussia Mönchengladbach hat die Vuvuzela bereits verboten – als dritter Verein in der Bundesliga nach Werder Bremen und Borussia Dortmund.
Die Unternehmer Gerd Kehrberg und Frank Urbas müssen diese Haltung akzeptieren. Die Geschäftspartner besitzen die exklusive Lizenz zur Herstellung und zum Vertrieb der Vuvuzelas in ganz Europa. Dabei ist es wohl nur ein Zufall, dass der gebürtige Niederkrüchtener Kehrberg von 1976 an selbst sieben Jahre lang in der Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach gespielt hat. Kehrberg und Urbas sind sich sicher, dass die Vuvuzela auch nach der Weltmeisterschaft beliebt bleiben wird: "Viele haben sich über die Vuvuzela beschwert.
Doch die deutsche Version des Instruments sowie die Fankultur hierzulande sind ganz anders", sagt Kehrberg. So sei die deutsche Tröten-Version in Absprache mit dem TÜV Rheinland schallgedämpft, weshalb sie 13 Dezibel leiser sei als die original Vuvuzelas aus Afrika. Außerdem müsse sich ab dem Start der Bundesliga-Saison erst einmal zeigen, wie der Fan die Tröte annimmt.
Kehrberg und Urbas haben während der WM rund fünf Millionen Vuvuzelas verkauft, 90 Prozent davon in Deutschland. Diesen Erfolg hat Kehrberg durch seine unternehmerische Weitsicht erlangt: Bereits im Herbst 2007, drei Jahre vor der WM, hat er sich die Rechte am Vertrieb der Vuvuzela gesichert. Er hatte schon damals das Potenzial der Fantröte erahnt.
"Nun hält die Vuvuzela auch Einzug in anderen Sportarten, beim Basketball und Eishockey", sagt Frank Urbas. Der schottische Fußballverein Celtic Glasgow hat als erster Verein offiziell eine Riesenbestellung an Vuvuzelas in den Vereinsfarben Grün und Weiß bei den Unternehmern aufgegeben.
Doch das lässt Borussia Mönchengladbach kalt. Obwohl die Deutsche Bundesliga den Clubs beim Vuvuzela-Verbot freie Hand lässt, hat der Verein aus der Diskussion um die Tröte während der Weltmeisterschaft die Konsequenz gezogen und das Instrument verboten.
Der Paragraph 7 der Ordnung ("Verbotene Gegenstände") wurde um die Vuvuzela ergänzt. "Wir haben die Tröte verboten, weil sie erstens zu laut ist und zweitens als Schlag- oder Wurfgeschoss zu gefährlich ist", sagt Borussia-Sprecher Markus Aretz. Außerdem wolle Borussia die typische Stadion-Atmosphäre aufrecht erhalten – mit Fangesängen und ohne Dauertröten.
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