Mönchengladbach: Wahlplakate als Zielscheibe von Vandalen
VON JEAN-CHARLES FAYS - zuletzt aktualisiert: 08.04.2010Mönchengladbach (RPO). Der FDP-Wahlkampfleiter Hans Joachim Stockschläger ist frustriert. Um ihre Wahlplakate vor Vandalismus zu schützen, verwendeten die Liberalen vor fünf Jahren als erste Partei Kunststoff- statt der herkömmlichen Papierplakate.
Zunächst ging die Taktik auf: Es wurden weniger Plakate beschädigt, weshalb bis auf die Grünen auch die anderen großen Parteien nachzogen – seit diesem Jahr setzt auch die SPD auf Plastikplakate.
Stockschläger ärgert sich jedoch, dass die Vandalen wieder "erfinderischer" werden. Es bleibe nicht mehr nur beim "Ankokeln" von Plakaten mit Feuerzeugen. Die Leute fänden inzwischen andere Wege, um "ihr Mütchen zu kühlen". Um Nachahmungstaten vorzubeugen, will er die detaillierten Praktiken der Vandalierer lieber nicht nennen.
Insgesamt hat er einen Monat vor der Landtagswahl am 9. Mai den Eindruck, "dass mehr Plakate zerstört werden als vor den Wahlen im vergangenen Jahr". Wie viele der 1400 FDP-Wahlplakate in Mönchengladbach genau beschädigt wurden, konnte Stockschläger jedoch nicht sagen. "Jedes Plakat kostet fünf Euro. Somit hängen an jeder Laterne mit zwei Plakaten immerhin zehn Euro." Insgesamt hätten die Mönchengladbacher Liberalen somit zwischen 7000 und 8000 Euro für Wahlplakate ausgegeben.
Einen Anhaltspunkt, wie groß die Zerstörungswut der Vandalen ist, lieferte der SPD-Sprecher Felix Heinrichs: "Im Innenstadtbereich stehen 100 SPD-Wahlplakate. Davon wurden 15 bis 20 beschädigt." Allerdings schränkt er ein, dass für einen Teil davon auch die Witterung verantwortlich sein könnte.
Insgesamt seien bisher weniger SPD-Plakate beschädigt worden als im vergangenen Jahr. In den nächsten Wochen sei aber wieder mit einer Zunahme des Vandalismus zu rechnen, denn Heinrichs geht davon aus, dass mit dem Ende der Osterferien auch viele Randalierer zurückkehren: "Wenn die aus der Altstadt kommen, dann ziehen die Plakate in der Hindenburgstraße die Aggressionen nur so auf sich."
Das sei ärgerlich und teuer und werde daher auch sofort zur Anzeige gebracht, wenn man dabei ertappt wird. Die SPD hängt laut Heinrichs rund 2500 Wahlplakate in Mönchengladbach auf. Die CDU hängt nach Angaben ihres Geschäftsführers Jochen Klenner hingegen nur bis zu 1000 Plakate auf.
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