Mönchengladbach: Warten auf das Kindergeld
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.06.2010 - 17:32Mönchengladbach (RPO). Werden bei der Familienkasse Anträge auf die lange Bank geschoben? Etliche Bürger warten schon seit Monaten auf Kindergeld-Bewilligung. Stefan Breuer kämpft seit fast einem Dreivierteljahr. Angeblich fehlen immer Unterlagen.
Nach acht Monaten Wartezeit verliert Stefan Breuer langsam die Geduld. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Familienvater einen Zuschlag zum Kindergeld beantragt. Der gelernte Textilfachmann lässt sich gerade zum Industriekaufmann umschulen.
Ein Schritt, der aus gesundheitlichen Gründen, notwendig war, wie er sagt. Und weil diese Maßnahme für den 43-Jährigen und seine Familie finanzielle Einbußen bedeutet, stellte er den Antrag bei der Familienkasse.
Geld hat der 43-Jährige bis jetzt nicht gesehen. Er weiß noch nicht einmal, ob der Zuschuss zum Kindergeld für seinen siebenjährigen Sohn überhaupt gewährt wird. Denn auch jetzt ist Stefan Breuers Antrag immer noch nicht bearbeitet. Wiederholt musste der Familienvater Unterlagen nachreichen. So wurde ihm zum Beispiel im Januar erklärt, dass die Verdienstbescheinigungen von September bis Dezember fehlten. Die 43-Jährige versteht das nicht: „Die konnte ich doch bei Antragstellung noch gar nicht haben“, sagt Breuer.
Zwischendurch hatte der Familienvater etliche Male die Service-Hotline der Familienkasse angerufen. „Es gab ja lange Zeit überhaupt keine Reaktionen auf meinen Antrag“, berichtet er. Doch an der Hotline, so erzählt er, habe man ihm beim ersten Mal nichts zum Bearbeitungsstatus seines Antrags sagen können. Beim zweiten Mal sei ihm erklärt worden, dass wieder Unterlagen fehlen würden. Und so ging es auch bei den übrigen Telefonaten weiter.
Dabei ist sich Stefan Breuer sicher, dass er viele der verlangten Unterlagen bereits eingereicht hatte, manche sogar mehrfach. Irgendwann wurde es dem Familienvater zu bunt. Er ging persönlich zur Familienkasse. Dort wurde er auch tatsächlich zu einem Sachbearbeiter geführt. „Er hatte auch meine Akte dabei. Da konnte ich sehen, dass schon wieder Bescheinigungen fehlten, die ich längst eingereicht hatte“, berichtet er.
Stefan Breuer ist nicht der Einzige, der sich über lange Wartezeiten und fehlende Unterlagen beschwert. Eine Mutter, die für ihre Tochter die Verlängerung des Kindergeldes beantragte, ging es ebenso. Monate wartete sie, und immer wieder kam der Hinweis: Es fehlen noch Unterlagen.
Es sei natürlich sehr bedauerlich, wenn sich Kunden über die Arbeit in der Familienkasse beschweren“, sagt Anja Huth, Pressesprecherin des Vorstandes Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit, in Nürnberg. Aber die Familienkasse in Mönchengladbach leiste gute Arbeit. „Rund 80 Prozent aller Kindergeld-Anliegen können innerhalb von 20 Arbeitstagen abschließend bearbeitet werden“, sagt sie.
Sollte es länger dauern, liege dies ausschließlich daran, dass Unterlagen fehlten, die aber für die Bearbeitung des Kindergeldantrages unerlässlich seien. Dass Unterlagen verschwinden, konnte die Pressesprecherin nicht nachvollziehen.
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