Mönchengladbach: Wegen Fotos: Bahn lahmgelegt
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 01.04.2009Mönchengladbach (RPO). Weil sie auf den Gleisen "coole Model-Fotos" machen wollten, haben zwei 15-jährige Mädchen im Bereich Herrath die Bahnstrecke blockiert. Sechs Züge mussten wegen drohender Lebensgefahr umgeleitet werden.
Was ist los am Herrather Bahnhof? Innerhalb von vier Wochen musste die Zugstrecke nun zum dritten Mal gesperrt werden, weil sich Kinder und Jugendliche auf den Gleisen aufhielten. Diesmal waren es zwei 15-jährige Mädchen, wie Stefan Beckmann von der Bundespolizei gestern mitteilte. Eine Anwohnerin hatte am Montag die beiden Teenager auf der Bahntrasse gesehen und daraufhin umgehend die Polizei alarmiert. Die Bundesbeamten ließen die Strecke sofort sperren. Aus Sicherheitgründen. Denn weil dort zu unterschiedlichen Zeiten Personen- und Güterzüge mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h am Bahnhof vorbeirauschen, bestand akute Lebensgefahr.
Bußgeld
Kontrollen Wegen des erneuten Vorfalls will die Bundespolizei ihre Kontrollen am Herrather Bahnhof weiter verschärfen.
Strafen Wer sich unerlaubt auf Gleisen aufhält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen, mindestens aber mit einem Bußgeld von 30 oder 40 Euro.
Eine Streife der Landespolizei erwischte das Mädchen-Duo kurze Zeit später an der Straße "Am Chur". Beide wurden in Gewahrsam genommen. Bei der Polizei gaben die 15-jährigen Mönchengladbacherinnen zu ihrer Rechtfertigung für den Aufenthalt auf den Gleisen an: "Wir wollen Models werden und brauchten dafür interessante Bilder." Die coolen Fotos hätten die Mädchen mit ihrem Leben bezahlen können, warnt die Bundespolizei. Außerdem war es ihre Schuld, dass sechs Züge sich um mehr als eine Stunde verspäteten, so Beckmann. Insgesamt hatte die Sperrung 20 Minuten gedauert. Immer wieder kommt es vor, dass Berufspendler und Schüler am Herrather Bahnübergang die Fußgängerschranke ignorieren, um ihren Zug noch zu erreichen. An nur zwei Tagen wurden innerhalb weniger Stunden 21 Menschen erwischt.
Erst Anfang des Monats hatten zwei spielende zehn und elf Jahre alte Jungen dafür gesorgt, dass ein Teil der Bahnstrecke gesperrt werden musste. Die Kinder hatten Hölzer und Metallgegenstände auf die Gleise gelegt. Wegen des Vorfalls verspätete sich ein Zug. Ende Februar musste ein Zug bremsen, weil sich ein zehnjähriger Junge auf den Gleisen aufhielt, der dort Holzstöcke aufsammeln wollte. Dem Zugführer gelang es zum Glück, den Regionalexpress rechtzeitig zu stoppen. Der Zugbegleiter hielt den Jungen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Auch der Zehnjährige wurde in Gewahrsam genommen. Denn auch in diesem Fall hatten sich Züge verspätet.
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