Mönchengladbach: Wehmeyer: Ab Samstag dicht
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 23.09.2008Mönchengladbach (RPO). Das Modehaus an der Dahlener Straße wird geschlossen, sieben Mitarbeiter sind betroffen. Jetzt wird ein Nachmieter für das große Ladenlokal am Medicentrum gesucht. Einzelhändler fürchten langen Leerstand.
Am Samstag wird Wehmeyer an der Dahlener Straße zum letzten Mal Mode verkaufen. Dann wird der Standort endgültig aufgegeben. Die Rheydter Filiale ist eine von 16 bundesweit, die geschlossen werden. Grund ist die Insolvenz der Modehaus-Kette.
Das Geschäft gehört für die Betreiber zu den unrentablen Standorten und fuhr Verluste ein. Für den Geschäftskomplex von Marktkauf und Medicentrum bedeutet die Schließung, dass ein großer Mieter wegfällt.
„Wir sind selbst von der Nachricht völlig überrascht worden“, sagte Hausverwalter Ralf Maibaum. „Das war ein Schlag ins Kontor.“ Es dürfte schwer werden, einen Nachfolger für das 1300-Quadratmeter große Objekt in Rheydt zu finden. Denn auch in der Innenstadt stehen einige Geschäfte seit langem leer.
Wichtiger Eckpunkt fehlt
Im August 2003 hatte Wehmeyer seine Filiale an der Dahlener Straße eröffnet. Mit dem Warenhaus Marktkauf und dem Medicentrum, in dem 16 Arztpraxen und mehrere Gesundheitsdienstleister angesiedelt sind, wurde das ehemalige Wienand-Gelände 2006 komplett.
Mit dem Rückzug von Wehmeyer fehle nun „ein wichtiger Eckpunkt im Ensemble an der Dahlener Straße, das das Eingangstor zur Innenstadt attraktiv macht“, sagte Bezirksvorsteher Horst Hübsch. Für den vielfältigen Branchenmix und Rheydt-West sei das ein Verlust. Bedauerlich sei die Entscheidung der Mode-Kette vor allem auch für die betroffenen Mitarbeiter.
„Wir hoffen, dass schnellstens ein Nachmieter gefunden wird. Ein langer Leerstand wäre ganz gefährlich für die Ecke“, sagt Oliver Dienst, Inhaber der Schneider-Böck-Apotheke und Betreiber des Café Pur. Zumal Wehmeyer eine große Fläche belegt. Zwar habe das Mode-Geschäft nicht unbedingt mehr Kunden in die Apotheke gebracht, „aber im Café werden wir den Weggang merken“, so Dienst.
Einige Gäste seien nach dem Einkaufsbummel in dem Bistro eingekehrt. Dienst hofft auf einen attraktiven Nachmieter, der als Frequenzbringer zusätzliche Kunden ins Medicentrum lockt.
„Wir haben noch keine Kündigung von Wehmeyer vorliegen und müssen nun erstmal abwarten“, sagte Architekt Fritz Otten, der gemeinsam mit der Vibro-Gruppe, dem ehemaligen Allkauf-Eigentümer Viehof, Inhaber des Komplexes ist. Dennoch gebe es bereits Interessenten für das Objekt.
Sie hätten sich gemeldet, als die Insolvenz des Aachener Modehauses im Juli bekannt geworden sei. „Ich glaube nicht, dass die Fläche lange leerstehen wird“, erklärt Otten.
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