Mönchengladbach: Welche Schule für mein Kind ?
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.10.2007Mönchengladbach (RPO). Eltern von 2600 Viertklässlern stehen vor einer wichtigen Entscheidung: der Schulwahl. Die RP stellt ab heute weiterführende Schulen vor. Experten geben Tipps, worauf Eltern achten sollten und wo sie sich informieren können.
Als Schulministerin Barbara Sommer ihr erstes Kind an einer weiterführenden Schule anmeldete, war ihr der Ruf der Schule weniger wichtig als der persönliche Eindruck: „Ich wollte wissen: Wie gehen die Lehrer mit den Schülern um?“ Um das zu erfahren, besuchte sie mit ihren Kindern Tage der offenen Tür.
Jutta Kirschke aus Venn will es ähnlich halten. Ihr Sohn, Nils Hagen (8), besucht gerade das vierte Schuljahr. Er ist ein guter Schüler, hat eine Klasse übersprungen, und Mutter Jutta geht davon aus, das er mit dem Halbjahreszeugnis eine Gymnasial-Empfehlung bekommt. Drei weiterführende Schulen hat sich die Familie vorab ausgeguckt. Alle liegen in der Gladbacher Innenstadt, denn zu weit möchte Jutta Kirschke ihren Achtjährigen nicht zur Schule fahren lassen. Das „Huma“ hat sich Nils Hagen ausgesucht, weil der Nachbarsjunge dorthin geht. Das Gymnasium am Geroweiher wurde von Bekannten empfohlen. Und die Marienschule hat die Familie wegen der musischen Ausrichtung in die engere Wahl genommen. Nils Hagen spielt sehr gerne Klavier. Welche der drei Schulen es sein wird, soll nach dem Besuch von Tagen der offenen Tür entschieden werden. Die Familie will Eindrücke gewinnen. „Vielleicht gibt das Bauchgefühl den Ausschlag“, sagt Jutta Kirschke.
Schulseite in der RP
Immer donnerstags Ab sofort bietet die RP wöchentlich eine Schulseite mit Berichten aus dem Schulalltag sowie Tipps und Terminen.
Bis Ende November werden täglich weiterführende Schulen vorgestellt, damit sich Eltern von Viertklässlern besser orientieren können.
Beratung Im Fachbereich Schule und Sport bietet Brigitte Proba allgemeine Informationen zu den Schulformen, Tel. 25-3708.
„Die Schulwahl ist eine der wichtigsten Entscheidung im Leben eines Kindes“, sagt Georg Hoffmeister vom schulpsychologischen Dienst. Vor allem auf die Schulform sollten Eltern achten. „Die beste Schule ist nicht in jedem Fall das Gymnasium. Die beste Schule, ist die, auf der das Kind Erfolge hat“, sagt der Diplom-Psychologe.
Vielen Eltern sei gar nicht klar, welche Schulform, was vermittele. „Wer in der Grundschule schon zum Lernen getragen wurde, für den ist das Gymnasium sicher nichts.“ Das Ziel des Gymnasiums sei immer noch, Schüler zur Aufnahme eines Studiums zu befähigen. „Wer dorthin geht, braucht eine abstrakt-logische, mehr sprachbezogene Intelligenz.“
Die Realschule sei etwas für fleißige, handwerklich-technisch Begabte. Und an der Hauptschule seien Kinder gut aufgehoben, die individuelle Ansprache brauchen. „In den Hauptschulen haben die Schüler oft 80 Prozent des Unterrichts beim Klassenlehrer. In anderen Schulformen müssen sie sich von Stunde zu Stunde auf andere Lehrercharaktere einstellen“, erklärt Hoffmeister. Aber auch die Gesamtschule sei nicht für jedes Kind geeignet, meint der Schulpsychologe. „Sie müssen schon zur Team- und Gruppenarbeit fähig sein.“
Laut Hoffmeister sind die Schulformempfehlungen der Grundschullehrerinnen verlässlich: „Ich rate Eltern, sich schon vorher in der Schule zu erkundigen, wo das Kind steht und welche Prognose zu erwarten ist. Dann kann gemeinsam mit der Lehrerin überlegt werden, welche Schritte zu gehen sind.“ Wer sein Kind aus Ehrgeiz auf die falsche Schule schicke, müsse mit allen Extremformen der Reaktionen rechnen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Schulverweigerung.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



