Mönchengladbach: Wer ist der härteste Feuerwehrmann Europas?
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 - 14:53Der begehbare Teil des Leipziger Messeturms ist etwa 75 Meter hoch – das entspricht 30 Stockwerken. Dort oben als Sieger anzukommen, ist das Ziel von 140 Feuerwehrmännern aus ganz Europa.
Im Rahmen der Messe „Interschutz“ richtet die Mönchengladbacher Feuerwehr in Leipzig (10. bis 12. Juni) die zwölfte Europameisterschaft des „Härtesten Feuerwehrwettkampfs der Welt“ aus.
Normalerweise findet der Wettbewerb „Toughest Firefighter Alive“ (TFA) in Mönchengladbach statt, doch in diesem Jahr nutzen die Verantwortlichen die Internationale Messe für Rettung, Brand- und Katastrophenschutz als Austragungsort. „Das ist natürlich eine ideale Kombination - sowohl für uns, als auch für die Messeveranstalter“, sagt Armin Taube von der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach. Die EM ist für die Besucher ein Hingucker und die Messe für Taube & Co eine optimale Werbebühne für die kommenden Veranstaltungen. „Nächstes Jahr sind wir sicher wieder in Gladbach“, meint Taube, der seit 1984 in der hiesigen Feuerwehr angestellt ist.
Die 140 Männer aus zehn europäischen Ländern müssen für den Titel vier Stationen absolvieren, die auf Schnelligkeit ausgelegt sind: An der ersten Station steht die Ausrüstung im Mittelpunkt. Feuerwehrschläuche müssen erst vollständig ausgezogen und danach wieder ordnungsgemäß aufgerollt werden. „Für mich ist diese Station die schwierigste“, sagt Organisator Taube, der auch in diesem Jahr wieder mit an den Start geht. „Ich will ja nicht, dass die anderen mir vorwerfen, ich mache das alles selbst nicht mit“, erklärt der Abteilungsleiter für Personal und Ausbildung mit einem Augenzwinkern.
Die zweite Station steht im Zeichen der Kraftübungen: Vorschlaghammer-Einsatz, Gewichte durch Tunnel und über Wände tragen. „Hier sagen viele, dass dies die heftigste Aufgabe wäre, aber ich komme da ganz gut klar“, erklärt Taube. Nachdem an der dritten Station Leitern angebracht, Schläuche hochgezogen und Gewichte in den zweiten Stock getragen werden, geht es im Finale zu besagtem Messeturm. „Im Gegensatz zum Elisabeth-Krankenhaus in Mönchengladbach ist das von der Höhe her eine verschärfte vierte Station“, sagt der 47-Jährige, der sich selbst nicht zum Favoritenkreis zählt.
Insgesamt reisen sieben Männer aus seiner Einheit nach Leipzig, um die Ehre der Gladbacher Feuerwehr zu verteidigen. „Wir müssen abwarten, aber alle Jungs haben gut trainiert. Oliver Pachhausen ist vermutlich unser bester Mann“, verrät Taube. Auf freundschaftlicher Basis necken sich die Männer bereits, wer als Gewinner und wer als Verlierer nach Hause zurückkehrt.
Im vergangen Jahr siegte ein Tscheche: Lukas Nowak will seinen Titel 2010 verteidigen. Wer auch immer die 75 Meter hohe Wendeltreppe als Sieger herabsteigen darf, Taube hat einen gut gemeinten Ratschlag: „Der Weg herunter ist sogar etwas schlimmer als der Weg hinauf. Da bekommt man leicht einen Drehwurm.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







