Mönchengladbach: Wett-Skandal: Borussia schaltet Anwalt ein
VON SASCHA KÖPPEN UND O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Mönchengladbach (RPO). Der Fußball-Skandal um die Wettmafia und eine angebliche indirekte Beteiligung Borussias: Beim Regionalliga-Spiel am Samstag im Grenzlandstadion gegen Preußen Münster (1:2) war es das Thema des Tages, auch wenn unter den Zuschauern die wenigsten auch am fraglichen 30. Mai dabei gewesen waren.
Die große Frage: Ist wirklich bei einem Spiel unter Beteiligung von Gladbachs U23 von der Wettmafia manipuliert worden?
Spiel im Grenzlandstadion
Natürlich hatten viele schnell ihre Theorien, ob man etwas hätte gemerkt haben können oder nicht. Fest steht jedenfalls: Dem 4:3-Sieg des SC Verl am 30. Mai dieses Jahres (der Siebte gegen den Achten) im Rheydter Grenzlandstadion war ein Spiel mit kuriosem Verlauf voraus gegangen.
3:0 hatten die Gäste aus Westfalen vor 318 Zuschauern zur Pause schon geführt. Borussia war noch das 3:3 gelungen, ehe Verl zwei Minuten vor Schluss doch gewann.
Derartige Spielverläufe bieten die Möglichkeit, bei den heute möglichen Live-Wetten während einer laufenden Partie enorme Wettgewinne zu kassieren. Gesetzt werden kann da beispielsweise sogar auf die erste Verwarnung oder die erste Ecke nach dem Wiederanpfiff.
Eine Stellungnahme Borussias gibt es bisher nicht. "Dazu kann ich nichts sagen. Denn wir wissen auch nur aus Zeitungen und Fernsehen von den angeblichen Manipulationen und nicht einmal sicher, ob es sich bei dem Verdacht überhaupt um dieses Spiel handelt", sagte Sportdirektor Max Eberl am Rande der Bundesligapartie in Frankfurt.
Denn am 11. September spielte Borussia in der neuen Saison wieder gegen Verl. Der 1:0-Sieg der Gladbacher bietet jedoch weniger Raum für mögliche Manipulationen.
So gehen die Spekulationen eher in Richtung der Verler. Denn sie verloren eine Woche später das letzte Saisonspiel gegen den 1. FC Köln (der Sechste gegen den Dritten) mit 0:1.
"Wir werden am Montag über unseren Anwalt Christoph Schickhardt bei der Staatsanwaltschaft anfragen, wie weit die Ermittlungen uns überhaupt betreffen", sagte Borussias Pressesprecher Markus Aretz.
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