Mönchengladbach: Willkommen in der Borussia-Klinik
VON WILFRIED HORRMANN - zuletzt aktualisiert: 17.08.2011Mönchengladbach (RP). Der neue Mannschaftsarzt von Borussia Mönchengladbach ist nicht der einzige Mediziner mit Fankultur. Im Dürener St. Augustinus-Krankenhaus arbeiten eine ganze Reihe Ärzte, deren Herz für Borussia schlägt. Deshalb behandlen sie die Wehwechen von Marco Reus und Co besonders gern.
Das St. Augustinus-Krankenhaus (290 Betten) im Dürener Ortsteil Lendersdorf genießt landesweit einen hervorragenden Ruf. Da man seit Jahren mit Borussia Mönchengladbach bestens kooperiert und zahlreiche Ärzte des Hauses glühende Fans des Bundesligisten sind, wird das Krankenhaus im Rheinland mittlerweile auch die "Borussia-Klinik" genannt.
Kein Wunder, Dr. Stefan Porten (34) zum Beispiel, ist neuer Vereinsarzt beim Bundesligisten, kam erst letzten Monat für seinen viel zu früh verstorbenen Dürener Kollegen Dr. Jens Kühlmorgen zur Borussia und betreut nun Marco Reus und Co. neben seiner Tätigkeit im Augustinus Krankenhaus. Verwaltungschef Renardo Schiffer: "Als Borussias Präsident Rolf Königs bei uns anfragte, ob wir bei der Suche nach einem Nachfolger für Dr. Kühlmorgen helfen könnten, haben wir gleich Dr. Porten vorgeschlagen, weil er als Diplom-Sportwissenschaftler bestens für diesen Job geeignet ist." Bei der Borussia nahm man dieses Angebot dankend an.
Die Klinik
Das Augustiner-Krankenhaus blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Die Klinik wurde 1897 eröffnet. Im Januar 1997 wurde ein medizinisches Zentrum erbaut. 2005 wurde der neu errichtete Südflügel.
Sechs Hauptfachabteilungen (Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Anästhesie, Radiologie und Intensivmedizin) vereinen die wichtigsten medizinischen Bereiche.
Auch der junge Mediziner war begeistert. "Es ist ein absoluter Traumjob für mich, ich habe schon als kleiner Gladbacher Junge für die Fohlenelf geschwärmt, bin mit dem Fahrrad zu den Heimspielen an den legendären Bökelberg gefahren. Es ist für mich eine große Ehre, die Arbeit meines verstorbenen Kollegen Jens bei der Borussia fortzusetzen", sagt er. Auch Dr. Martin Steinhoff (51), Chefarzt der Radiologie ist als gebürtiger Krefelder seit vielen Jahren Gladbach-Fan. Er stellte eigentlich die guten Kontakte des Bundesligisten zur Dürener Klinik her.
Der Vollblut-Mediziner schiebt auch schon mal Sonderschichten, wenn ein verletzter Spieler von Lucien Favre kurzfristig sonntags in den Kernspintomographen muss. Steinhoff: "Für die Borussia-Spieler opfere ich gerne meine Freizeit." Borussen-Boss Rolf Königs bedankte sich erst kürzlich für diesen tollen Service persönlich vor Ort in der Dürener Klinik.
Der Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Jörn Hillekamp, ist Gladbacher und natürlich auch mit der Raute im Herzen geboren. Vor einigen Monaten setzte der Mannschaftsarzt der Hockey-Nationalmannschaft dem großen Borussia-Idol Herbert "Hacki" Wimmer eine neue Hüfte ein. So sorgte er dafür, dass das ehemalige Laufwunder, nun wieder bestens zu Fuß unterwegs ist. Ex-Weltmeister Wimmer strahlte und zeigte sich dankbar: "Endlich keine Schmerzen mehr, alles hat wunderbar geklappt, ich bin Dr. Hillekamp so dankbar."
Schließlich ist auch Dr. Uwe Fander (56), Chefarzt der Inneren Medizin mit Leib und Seele Borussia-Fan. Am Wochenende zieht der in Viersen geborene Arzt seinen weißen Kittel aus, stellt die Gastroskopie-Schläuche zur Seite, wirft den Gladbach-Schal über und eilt die 70 Kilometer zum Nord-Park, um "seine" Jungs anzufeuern. Fander: "Bei den Spielen kann ich mich bestens vom harten Alltag in der Klinik entspannen, ganz besonders natürlich, wenn die Borussia gewinnt..."
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