Mönchengladbach: Windeln gehören nicht in den gelben Sack
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 24.03.2009Mönchengladbach (RPO). Verschimmelte Essensreste, stark ausdünstende Windeln, klebrige Kinderspielzeuge: Es ist ziemlich eklig, was alles in die gelben Säcken gepackt wird. Diejenigen, die am Sortierband stehen, müssen ganz schön abgehärtet sein. Der Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung wollte es jetzt ganz genau wissen. Gemeinsam mit der Firma HML führte die Stadt eine Analyse durch. Das Ergebnis: Über 40 Prozent des Inhalts besteht aus Müll, der nicht in die gelben Säcke gehört.
Absonderliches gefunden
"Wir haben Absonderliches gefunden", sagt HML-Geschäftsführer Heino Eickes. In die Plastiksäcke gehören ausschließlich Folienverpackungen, saubere Joghurtbecher, Milch- und Safttüten, Cremebehältnisse und Konservendosen. Videokassetten, Schuhe, Textilen, kaputte Glühbirnen, Glas, Papier und Pappe haben darin nichts zu suchen.
Der überwiegende Anteil der Fehlwürfe gehört in den Restmüll. "Bei richtiger Zuordnung müssten demnach etwa 17 960 Abfalleimer mit einem 35-Liter-Volumen angemeldet werden", sagt Wolfgang Peters, stellvertretender Leiter aus dem Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung. "Für uns bedeutet das, dass uns im Jahr mindestens 4,26 Millionen entgehen." Wobei er sicher ist, dass die Bürger vor allem aus Unwissenheit handeln. "Offenbar ist nicht in jedem Gladbacher Haushalt bekannt, dass in die Gelben Säcke ausschließlich Leichtverpackungen gehören."
An 280 Stellen in der Stadt stehen Container für Glas, Papier und Pappe bereit. Außerdem können Papierabfälle gebündelt an die Straße gelegt oder in den blauen Tonnen entsorgt werden. "Die Entsorgung von Papier und Pappe über den gelben Sack bringt sowohl ökologische als auch gebührenwirksame Nachteile mit sich.
Aus ökologischer Sicht wird eine Verwertung von Papier und Pappe erschwert, da Verschmutzungen durch die gemeinsame Sammlung mit anderen Materialien im gelben Sack auftreten", sagt Wolfgang Peters. "Zudem bedeutet die Sammlung von Papier und Pappe im gelben Sack, dass hierfür keine Erlöse, die sich für eine separate Abfuhr ergeben, an die Stadt Mönchengladbach zurückgeführt werden und sich damit auch nicht kostenmindernd auf die Abfallgebühren auswirken können."
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