Mönchengladbach: Windlichter für die besten Filme
VON CHRISTIAN HENSEN - zuletzt aktualisiert: 29.11.2011Mönchengladbach (RP). Zum ersten Advent hatte der Filmclub "Objektiv" fünf der besten Amateurfilmer Deutschlands in den Carl-Orff-Saal geladen. Die Film-Matinee stieß auf großes Interesse beim Publikum. Es sah fünf mit Goldmedaillen ausgezeichnete Filme, darunter ein Porträt des Karikaturisten Walter Hanel.
Das Filmfestival
Titel "2011: Die Besten"
Veranstalter Filmklub "Objektiv", Vorsitzender: Professor Gerhard Comelli
Sponsoren Stadtsparkasse Mönchengladbach, NVV
Schirmherr Oberbürgermeister Norbert Bude
Filme Ausgewählt von Expertenjury aus 60 für die DAFF nominierten, nicht-kommerziellen Filmen.
Internet www.objektiv-mg.de
ist längst so etwas wie die inoffizielle Heimstätte deutscher Amateurfilmer. Einst lockte das legendäre Reisefilmfestival "Fernweh" zwischen 1984 und 1996 die besten Reisefilmer in die Vitusstadt. Nun scheint es, als sei dem Filmklub "Objektiv" mit seiner Film-Matinee "Die Besten" ein weiterer gewichtiger Coup gelungen. Nach der gelungenen Premiere 2010 herrschte auch am ersten Adventssonntag im festlich dekorierten Carl-Orff-Saal der städtischen Musikschule reger Andrang, als die zweite Klappe fiel.
Stadt der Amateurfilmer
Gezeigt wurden fünf ausgewählte Kurzfilme, die bei den diesjährigen Deutschen Amateur-Filmfestspielen (DAFF) eine Goldmedaille errungen hatten. Im vollbesetzten Saal waren neben den Filmpaten auch die Autoren anwesend. Die wurden, passend zum ersten Advent, mit einem handgefertigten Windlicht samt Klublogo bedacht. Die Schirmherrschaft zu übernehmen war Oberbürgermeister Norbert Bude offenbar eine Herzensangelegenheit: "Der Amateurfilm hat in Mönchengladbach eine ganz lange und wichtige Tradition", sagte Bude und betonte: "So etwas gehört unterstützt, respektiert und anerkannt."
Als Pate des Einstieg-Films überreichte er das erste Windlicht an Dr. Bernd Schultze-Willebrand und Jurij Logutenok. Die beiden Filmemacher aus Bergisch Gladbach haben Walter Hanel, einen der bekanntesten politischen Karikaturisten des Landes, porträtiert. Dabei ist es den Autoren auch gelungen, den CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach und FDP-Urgestein Hans-Dietrich Genscher für den Film zu gewinnen. Jeder Politiker, so offenbarte Bude, sei froh, wenn er karikiert werde – auch in Mönchengladbach.
Dass die Filmpaten von Filmclub-Leiter Professor Gerhard Comelli mit Bedacht ausgewählt worden waren, zeigte auch die übrige Paten-Riege: Für den Film von Doris von Restorff (Karlsruhe) über das Stammesleben in der indischen Provinz Nagaland hat Professor Dr. Gunter Konrad die Patenschaft übernommen. Der ehemalige Ärztliche Direktor der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach hat Erfahrung mit entlegenen Orten. Mehrfach operierte Konrad notleidende Menschen in Papua-Neuguinea, wo er häufig das Volk der Asmat besuchte.
Derweil nahm sich NVV-Vorstandsmitglied Frank Kindervatter des Films "Die "Flusslandschaft" von Harald Erdmann an (der wirbt darin für einen sensibleren Umgang mit Wasser). Helmut Wallrafen-Dreisow stand als Geschäftsführer der Sozialholding dem computerkritischen Animationsfilm des 80-jährigen Horst Orlich (Holzkirchen) Pate. Und den Goldmedaillen-Film über Elend und Hoffnung in Kolkata von Michael Preis (Dortmund) nahm Horst Wateler, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, in Obhut. "Gerade in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise stimmt dieser Film nachdenklich", so der Sparkassenchef.
Bleibt zu hoffen, dass dieses Filmfest der Stadt noch lange erhalten bleiben wird.
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