Mönchengladbach: Winterdienst: FWG will Bürger räumen lassen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 17:46Mönchengladbach (RPO). Mit ihrer Beschwerde, die GEM habe die verschneiten Straßen nicht gut und schnell genug geräumt, stößt die SPD auf Widerstand. Am Montag mussten sich die Sozialdemokraten nicht nur vom Betriebsrat der GEM erklären lassen, dass die SPD-Kritik ungerecht und demotivierend ist, auch die FWG nutzte den Vorstoß der SPD zur Schelte und zu einem konkreten Vorschlag, wie künftig mit dem Thema zu verfahren ist.
Der FWG-Vorsitzende Erich Oberem ist nämlich der Überzeugung, dass nicht etwa zu wenig, sondern im Gegenteil zu viel geräumt wird. „Zwei Drittel der Straßen, für die bislang die Stadt die Reinigungspflicht übernimmt, könnten auch von den Bürgern übernommen werden”, findet Oberem. Genau das wird die FWG nun in der nächsten Ratssitzung beantragen. Dies sei bei den kleineren Straßen zumutbar, weil die Pflicht zum Winterdienst lediglich bedeute, „dass Fahrzeuge unter Beachtung der im Verhehr erforderlichen Sorgfalt im Verhältnis zu den jeweiligen Wetterbedingungen noch fahren können”, schreibt Oberem in seinem Antrag.
Genau das habe die GEM in diesem Winter gemacht. „Wer mehr will, muss das sagen - sollte aber auch gleich dazu sagen, dass dann die Gebühren steigen werden”, sagt Oberem. Die Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen habe allerdings versprochen, die Gebühren zu senken. Die Kritik an der GEM sei in jedem Falle unberechtigt. Denn die städtische Tochter sei nur Ausführende. „Wenn man jemanden angreifen will, muss man den Oberbürgermeister Norbert Bude oder den Umweltdezernenten Bernd Kuckels ins Visier nehmen. Das hat sich die SPD aber wohl nicht getraut”, so Oberem zur RP.
Die Sicht der GEM-Mitarbeiter schilderte gestern der Vorsitzende des Betriebsrats, René Pluntke, der SPD-Spitze. Viele seien in den vergangenen Wochen Zwölf-Stunden-Schichten gefahren und hätten alles gegeben. „Es war für unsere Kollegen sehr demotivierend, dann diese harsche Kritik zu hören”, so Pluntke.
Zumal der Eindruck, andernorts laufe alles besser, nicht stimme. Aus Gesprächen wisse man genau, wie die Lage in den Nachbarkommunen sei, so der Betriebsratsvorsitzende. Er hofft, dass sich die Diskussion versachlicht und sich die Beteiligten immer wieder an eines erinnerten: „Es ist Winter und da liegt nun mal manchmal Schnee auf der Straße.”
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