Mönchengladbach: Winterlust und Winterfrust
VON SEBASTIAN RADERMACHER UND GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 18:46Mönchengladbach (RPO). Schnee und Frost haben die Natur verzaubert. Die Gladbacher genossen die winterliche Idylle. Doch manche Heizungen fiel der Kälte zum Opfer und blieb kalt. Auch Reifenhändler waren gefragt. Viele brauchten Winterreifen. Denn jetzt kontrolliert die Polizei.
Das große Schneetreiben am Wochenende hat nicht nur die GEM, Polizei und Feuerwehr auf Trapp gehalten. Auch die Reifenhändler in der Stadt hatten plötzlich wieder alle Hände voll zu tun. „Viele Gladbacher haben entweder zu lange mit dem Wechsel gewartet oder sie wollten mit Sommerreifen durch den Winter kommen”, berichtet Arthur Schroers, Reifenhändler aus Odenkirchen.
Seit dem Wochenende steht bei ihm das Telefon nicht mehr still. Allein heute Morgen meldeten sich innerhalb von kurzer Zeit mehr als 30 Kunden, die auf die Schnelle noch neue Winterreifen haben wollten. Ein Kunde hatte seinen Wagen mit Sommerreifen in einer Tiefgarage stehen. Nach den heftigen Schneefällen am Wochenende wollte er jetzt doch noch kurzfristig auf angemessene Reifen zurückgreifen.
20 Euro kostet es, wenn die Polizei Autofahrer mit „nicht angepassten Reifen” erwischt.
40 Euro können verhängt werden, wenn es durch die falschen Reifen zu Behinderungen im Straßenverkehr kommt.
Doch das ist zurzeit gar nicht so leicht. Nicht alle Marken und Größen sind für die Kunden sofort zu bekommen, teilweise müssten sie bis Anfang Januar warten. „Wählen können unsere Kunden jetzt nicht mehr. Sie müssen die Winterreifen nehmen, die wir vorrätig haben”, berichtet Schroers.
Weil Autos mit Sommerreifen heute Morgen für erhebliche Behinderungen im Straßenverkehr sorgten, besonders bei Anfahrten in Kreuzungsbereichen oder an Steigungen, sah sich die Polizei zum Handeln gezwungen. Sie verhängte Bußgelder. Die Verkehrsinspektion weist nochmals darauf hin, dass dieses Verhalten mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet wird.
Das Gleiche gilt auch für Autofahrer, die im voll eingeschneiten Wagen losfahren und nur die Frontscheibe mit dem Wischer freimachen. Eine Rundumsicht sei genauso Pflicht wie das Gesehen-werden, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Deshalb müssten auch die Autolampen vom Schnee befreit werden.
Neben dem heftigen Schneefall machten auch die eisigen Temperaturen von bis zu 15 Grad unter Null vielen Gladbachern zu schaffen. Defekte Heizanlagen, Rohrbrüche kalte Heizkörper auch die Sanitärbetriebe hatten einiges zu tun. „Viele Kunden haben sich über unsere Notrufnummer am Wochenende gemeldet, weil ihre Heizungen plötzlich nicht mehr funktionierten”, sagt Brigitte Fabry vom Sanitärbetrieb Haaß an der Dahlener Straße.
Heute Morgen das gleiche Bild. Ein Störfall nach dem nächsten wurde gemeldet. Besonders ältere Heizungen stoßen bei diesen extremen Temperaturen an ihre Grenzen. „Wir rücken ständig aus, um die Schäden zu regulieren”, versichert Fabry.
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