Mönchengladbach: Wir wollen etwas zurückgeben
zuletzt aktualisiert: 11.01.2012Mönchengladbach (RP). Friedhelm Schaffrath hat das Stiftungskapital der Schaffrath Stiftung für Soziales auf jetzt eine Million Euro verdoppelt. Im Gespräch erzählt er, warum er sich mit seiner Frau Renate so stark engagiert, warum noch mehr Hilfe gebraucht wird und wie die Stiftung wachsen wird.
Herr Schaffrath, welche Erfahrungen haben Sie seit der Gründung mit Ihrer Stiftung gemacht?
Friedhelm Schaffrath Die Schaffrath Stiftung für Soziales wurde am 24. Juni 2009 als 1000. Stiftung des Landes NRW gegründet. Ziel der Stiftung war es und ist es, soziale Einrichtungen durch Geld- und Sachspenden zu unterstützen. Es ging mir und meiner Frau darum, ein Zeichen zu setzen, weil wir hier in der Region nicht wegschauen können, wenn vor der eigenen Tür soziale Not herrscht und Dinge im Argen liegen. Ich bin auch nach zweieinhalb Jahren zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es der richtige Entschluss war, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Denn gerade wir als Unternehmer sind unserer Gesellschaft ein klares soziales Votum schuldig. Es ist gut zu sehen, was mit dem Geld geschieht und dass wir konkret helfen können. Inzwischen wird die Arbeit unserer Stiftung anerkannt. Mittlerweile sind wir im sozialen Bereich gut vernetzt und können dadurch noch gezielter eingreifen.
Schaffrath Stiftung
Gründer der Stiftung sind die Mönchengladbacher Renate und Friedhelm Schaffrath.
Aufgabe Die Stiftung stellt Fördermittel für die Jugend- und Altenhilfe sowie für das öffentliche Wohlfahrts- und Gesundheitswesen zur Verfügung.
Hätten Sie gedacht, dass die Not so groß ist?
Schaffrath Wir haben bis dato Hilfsgelder im sechsstelligen Bereich in Mönchengladbach, Krefeld und Düsseldorf an Bedürftige ausgeschüttet. Allein das spricht schon für sich. Die Not ist groß und ich freue mich darüber, diese Not durch unsere Stiftung systematisch und professionell angehen zu können. Für mich und meine Frau ist die Stiftung eine elementare Aufgabe, der wir viel Zeit widmen. Und dies wird auch in 2012 sicher nicht weniger werden. Denn in Zeiten lahmender Wirtschaft und weiterer Kürzungen im Sozialwesen wird die Not weiter steigen.
Wie befriedigend ist es zu sehen, mit wie wenig man viel bewirken kann?
Schaffrath Sagen wir es mal so: Es ist wichtig, soziale Verantwortung zu übernehmen und damit vom eigenen Glück etwas abzugeben. Das ist auch nicht nur eine Frage des Geldes, sondern der inneren Einstellung: Jeder kann heute etwas tun und mit wenig viel bewirken. Dabei sind Leute, die mit anpacken und Zivilcourage zeigen, immer gefragt.
Warum haben Sie sich entschieden, die Stiftung aufzustocken?
Schaffrath Das Stiftungskapital stärkt die Stiftung dauerhaft und verleiht ihr den nötigen Nachdruck. Natürlich rechnen wir auch mit Zinserträgen, die wir wieder in Hilfsprojekte investieren werden. Es war von Anfang an unser Ziel, das Stiftungskapital langsam und stetig zu erhöhen. Da reichen die anfänglich eingesetzten 500 000 Euro "Startkapital" bei weitem nicht. Wir wollen, dass die Stiftung über Jahrzehnte Gutes leistet und ihrem Namen alle Ehre macht.
Lässt sich aus der Aufstockung schließen, dass die Schaffrath Gruppe erneut ein gutes Geschäftsjahr hinter sich hat?
Schaffrath Wir arbeiten sehr hart und ergebnisorientiert am weiteren Erfolg der Schaffrath Gruppe. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Das gesamte Stiftungskapital stammt ausschließlich aus meinem Privatvermögen. Es ist meine Motivation und die meiner Frau, an unseren Standorten Positives zu bewirken. Wir wollen genau dorthin etwas zurückgeben, wo uns selbst Gutes widerfährt.
Welche weiteren Pläne für die Stiftung haben Sie?
Schaffrath Wir sind auf dem richtigen Weg. Immer mehr Menschen nehmen Notiz von der Schaffrath Stiftung für Soziales und identifizieren sich mit unseren Zielen. Nicht nur bekannte und verdiente Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, aus Politik und Gesellschaft, wie etwa die Mönchengladbacher Oberbürgermeisterin a. D. Monika Bartsch, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten engagieren und nur kleine Beträge spenden. Jeder Euro zählt, wenn es um Arme und Benachteiligte in unseren Städten geht. Die Stiftung soll über viele Jahrzehnte wirken dürfen. Deshalb wird auch das Stiftungskapital weiter wachsen. Zurzeit liegt es bei einer Million Euro. Wir planen aber bereits mehr.
Ralf Jüngermann führte das Gespräch.
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