Mönchengladbach: Wir wollen Gott im Alltag sehen
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 11.06.2007Mönchengladbach (RPO). Die Heiligtumsfahrt übt eine starke Anziehungskraft auch auf junge Leute aus. Zum Beispiel übten 35 ihre Stimmbänder in einem Chorworkshop mit krönendem Auftritt. An den Reliquien schätzen die Jugendlichen vor allem, dass sie eine große Zusammenkunft bewirken.
Sie schnippten mit den Fingern, machten abwechselnd einen Seitwärtsschritt nach rechts, dann nach links. Dazu sangen die 35 Jugendlichen „Give glory to god“. Sie waren in Bewegung, von den Stimmbändern bis zu den Zehenspitzen. Und so sollte es sein. Schließlich machten sie an diesem Samstagmittag im Pfarrsaal an der Abteistraße bei dem Chorworkshop „In.Bewegung – Clap your hands“ mit. Einem der Programmpunkte am Jugendtag der Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach, die unter dem Motto „In.Bewegung“ steht.
In der Jugendmesse um 18 Uhr hatte die zusammengewürfelte Gruppe dann ihren Chorauftritt. „Im Workshop steht der Spaß an neuen geistlichen Liedern, Gospel, afrikanischen und deutschen Stücken im Vordergrund“, sagte Workshopleiterin Maria Slagboom. Mithilfe dieses Angebotes habe er aber auch Jugendliche und junge Erwachsene von außerhalb zur Heiligtumsfahrt nach Mönchengladbach locken wollen, ergänzte der regionale Jugendseelsorger Frank Seeger. Und sein Plan ging auf.
Programm heute
9 Uhr Pilgergottesdienst (im Münster).
14.30 Uhr Münsterführung und Gespräche mit Zeitzeugen.
17 Uhr Seelsorgegespräche und Informationen zum Wiedereintritt in die Katholische Kirche (alte Sakristei im Münster).
20 Uhr Biblische Geschichten und Musik (im Münster).
Neben jungen Mönchengladbachern hatten Jugendliche aus Amern, Hückelhoven, Heinsberg oder Geilenkirchen den Weg in den Pfarrsaal gefunden. Martina Kutscheidt (24) war aus Dülken angereist. „Ich bin in erster Linie wegen des Chorworkshops hier“, erzählte die 24-Jährige. Dass während der Heiligtumsfahrt im Münster Reliquien ausgestellt sind, war für sie nebensächlich. „Wenn es sich ergibt, schaue ich sie mir an“, sagte sie. „Ob sie echt sind oder nicht, ist für mich nicht so bedeutend. Sie erinnern mich einfach daran, dass Jesus existiert“. Echt oder nicht – das spielt auch für Karsten Braunstein (19) keine Rolle. „Es kommt darauf an, dass uns die Reliquien hier zusammen bringen“, sagte er. Und Kay Krause (19) ergänzte: „Nicht die Reliquien sind wichtig, sondern die Menschen, die zu ihnen gehen“.
Anders als Martina waren Karsten und Kay nicht vorrangig zum Singen in die Vitusstadt gekommen, sondern wegen der Heiligtumsfahrt. Die beiden 19-Jährigen gehörten zu einer zwölfköpfigen Weltjugendtagsgruppe der Gemeinschaft der Gemeinden Hückelhoven und hatten vor dem Workshop noch nie in einem Chor gesungen. „Aber Musik spielt bei uns immer eine Rolle“, sagte Karsten. Zum Beispiel an Fronleichnam, als die Gruppe die rund 25 Kilometer von ihrem Heimatort zum Nachtlager, dem Wilhelm-Kliewer-Haus im Hardterwald, zu Fuß zurückgelegt hatten. Da war genug Zeit zum Singen. Aber was auch immer sie rund um die Heiligtumsfahrt bewegte, hinter allem stand ein Ziel. „Wir wollen sehen, wo Gott im Alltag eine Rolle spielt“, sagte Karsten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






