Mönchengladbach: Wirt baut nach Rauch-Gesetz
VON GARNET MANECKE - zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Mönchengladbach (RPO). Premiere am Rheydter Bahnhof: Am Freitag eröffnet dort die erste Kneipe Nordrhein-Westfalens, die nach den Vorschriften des Nichtraucherschutz-Gesetzes gebaut wurde. Wirt Reinhold Biewald ist stolz auf das neue „Töff Töff“.
Vor drei Monaten sah Reinhold Biewald seine Zukunft noch ganz in Schwarz. Die Bahn hatte dem Wirt der Rheydter Bahnhofskneipe „Töff Töff“ nach 20 Jahren den Pachtvertrag gekündigt. Der 58-Jährige stand scheinbar vor den Trümmern seiner Existenz. Doch er hat einen Ausweg gefunden. Am Freitag eröffnet Biewald nur wenige Schritte neben dem alten Standort die erste Kneipe Nordrhein-Westfalens, die nach den Vorschriften des Nichtraucherschutz-Gesetzes gebaut wurde.
Heller Holzboden, die Wände in freundlichem Gelb, die Theke in Mahagoni: Die neue Kneipe präsentiert sich einladend. Wie es das Nichtraucherschutz-Gesetz verlangt, führt der Eingang direkt in die rauchfreie Zone. Aber nur zwei Meter trennen Zigarettenliebhaber vom Eingang zum „Raucherparadies“, wie Biewald den Extra-Raum nennt.
Die neue Regel
Nichtraucherschutzgesetz Ab 1. Juli dürfen landesweit Raucher in Gaststätten nur in einem abgetrennten Raum qualmen.
Das neue Töff Töff Freitag, 30. Mai, ist Eröffnung. Ab 1. Juni werde das neue Gesetz konsequent umgesetzt, verspricht Wirt Biewald.
Wie im Nichtraucherbereich, gibt es in der Qualm-Zone eine Theke und Sitzecken. Die Mahagoni-Wand, die Raucher von Nichtrauchern trennt, ist mit Mosaikfenstern durchbrochen. Damit Licht herein kommt. „Im Grunde bin ich jetzt froh über die Entwicklung“, sagt Biewald. „In den alten Räumen hätte ich die Vorschriften gar nicht umsetzen können.“ Und die sind zahlreich: Der Raucherraum muss kleiner als der Nichtraucherbereich sein. 50 Plätze an Theken und Tischen bietet die Raucherabteilung den Gästen. 80 sind es im Nichtraucherbereich. Um zu den Toiletten zu gelangen, müssen die Raucher ihr Refugium verlassen – ganz so, wie das Gesetz es will.
Bei der Konzeption hat Biewald aber nicht nur an die Vorschriften gedacht. „Wellness und gesundes Leben werden auch für die Kneipenbesucher immer wichtiger“, hat er festgestellt. „Im Nichtraucherbereich werden am Anfang vielleicht nur zwei, drei Gäste sitzen und das Raucherparadies ist voll. Aber in ein paar Jahren ist das umgekehrt“, ist Biewald überzeugt.
Flexibel reagieren
Deshalb hat er bei der sechsstelligen Investionssumme darauf geachtet, dass die neue Kneipe so gebaut wird, dass er flexibel reagieren kann. „Die Theke zieht sich in einem Stück durch Raucher- und Nichtraucherbereich. Die Zapfanlage steht im Raucherbereich. „Aber im Nichtraucherbereich sind alle Anschlüsse vorhanden, so dass wir schnell eine eigene Anlage aufbauen können“, erklärt der Wirt. Die Trennwand besteht aus Holzmodulen, die bei Bedarf problemlos versetzt werden können.
„Mit dem Umzug wird die Kneipe doppelt so groß“, berichtet Biewald. Was ihm dabei besonders am Herzen liegt: „Ich kann meine vier Mitarbeiter weiter beschäftigen und sogar noch einen zusätzlich einstellen.“
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