Mönchengladbach: Wirte atmen auf: Rauchverbot gekippt
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 31.07.2008Mönchengladbach (RPO). Gestern morgen um 9.55 Uhr atmete Eckehard Kerber vom Wirtestammtisch Mönchengladbach auf. Der Wirt verfolgte live im Fernsehen, wie das Bundesverfassungsgericht die Nichtraucherschutzgesetze in ihrer bisherigen Form kippte. „Ich bin heilfroh. Ich habe aber auch kein anderes Urteil erwartet, weil zu viele Kriterien gegen das Verbot sprachen“, sagte Kerber. Und das bedeutet für ihn: ab sofort wird in „Ecki’s“ Kneipe wieder nach Herzenslust geraucht. Und zwar ohne Mitgliedsausweis für den Raucherclub. Die Produktion der Mitgliedsausweise für seinen Raucherclub hat er direkt gestoppt. „Das sind jetzt nur noch nette Andenken“, sagt Kerber.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts sieht vor, dass in Kneipen bis zu einer Größe von 75 Quadratmetern wieder geraucht werden darf. In größeren Gaststätten läuft jedoch alles wie bisher. Zumindest, bis eine neue gesetzliche Regelung getroffen wurde. „Ich führe meine Kneipe erstmal weiter als Raucherclub“, sagt Monika Mühlen. Obwohl ihre Kneipe „Köpi“ kleiner als 75 Quadratmeter ist.
Dennoch waren Gladbachs Wirte gestern unschlüssig, ob nun wieder geraucht werden darf oder nicht. Bis zum Nachmittag gab es keine Stellungnahme seitens des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. „Wirte sollten abwarten, bis verlässlich klar ist, wie Landesregierung und Verwaltungen mit der neuen Situation umgehen“, sagte Andreas Graf, Geschäftsführer des Best Western Crown Hotel und Vize-Präsident des Dehoga-Nordrhein. Dennoch ist er zufrieden mit der Entscheidung der Richter. „Der Bürger muss selbst entscheiden können, ob er in eine verrauchte Kneipe gehen will oder nicht. Mit der Wahlfreiheit ist allen gedient“, sagte Graf.
Nicht nur Wirte, sondern auch Kleingartenvereine sind zufrieden mit der Urteil. „Die Gärtner können die Vereinshäuser wieder so nutzen, wie es in den Satzungen vorgeschrieben ist“, sagte Heinz-Josef Claßen, Vorsitzender des Kreisverbands der Kleingärtner. Zuletzt hatte es Unstimmigkeiten gegeben, weil Pächter der Vereinshäuser Raucherclubs gründeten und damit die Gärtner, die nicht Mitglied werden wollten, nicht mehr in ihr eigenes Vereinshaus durften.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






