Mönchengladbach: Wohnen im Reitbahn-Karré
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.11.2007Mönchengladbach (RPO). Wo früher Pferde galoppierten und zuletzt Hobbygärtner Kartoffeln ernteten, werden in der Rheydter City 43 Stadthäuser gebaut. Sie haben eine Tiefgarage und werden mit Erdwärme beheizt. Baubeginn ist Mitte 2008.
Vor einigen Monaten blühten Blumen in Mini-Gärten, und Hobbygärtner verbrachten hier ihre Freizeit in Lauben. Jetzt steht das Unkraut teilweise meterhoch. Das so genannte Grabeland, ein von der evangelischen Kirchengemeinde Rheydt verpachtetes rund 10 000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Pestalozzi-, Lehwald- und Reitbahnstraße, ist wahrlich kein Schmuckstück mehr.
Es soll wieder eines werden – und Gärten wird es dann auch geben: Sie gehören zu 43 Stadthäusern, die das Architektur-Büro Schoor ab Mitte 2008 hier bauen will. Rund 230 000 Euro kosten die Häuser, die 154 Quadratmeter Wohnfläche, eine eigene Tiefgarage und eine zentrale Erdwärmeanlage haben. „Das wird ein Vorzeigeprojekt. Wir sind sehr zufrieden“, sagte gestern Pfarrer Stephan Dedring.
So geht’s weiter
Flächennutzungsplan soll dieses Jahr genehmigt werden.
Baurecht wird vermutlich Frühjahr 2008 erteilt.
Vermarktung der Häuser übernimmt die Stadtsparkasse.
Der Seelsorger und die Kirchengemeinde hatten im Vorfeld herbe Kritik für ihre Verkaufspläne einstecken müssen. Die Kirche musste das Gelände verkaufen, weil sie den Erlös unter anderem zur Finanzierung von Kindergärten und Seniorenhäuser braucht. Ein Großteil der Anwohner lief dagegen Sturm: Sie wollten das Grün behalten und befürchteten kompakte Wohnblocks.
50 Prozent werden grün
Architekt Hans-Joachim Schoor ist sicher, dass er dies mit seiner Planung verhindert. Der ehemalige FDP-Ratsherr ist selbst Anwohner, „und da war es mein Eigeninteresse, hier Häuser zu bauen, die zur Nachbarschaft passen“. Deshalb bleiben die Stadthäuser auf zweieinhalb Geschosse beschränkt, nur die drei Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen werden fünfstöckig. Etwa 50 Prozent des Geländes werden private Grünflächen: Die Häuser bekommen fast vier Meter tiefe Vorgärten und zwischen 50 und 80 Quadratmeter große Gärten hinterm Haus. Ein Kinderspielplatz und ein begrünter Treffpunkt bilden den Mittelpunkt der Anlage.
Alle Stellplätze der Stadthäuser und der Eigentumswohnungen sind in einer Tiefgarage, zu der jeder Hauseigentümer einen direkten Zugang hat. 55 Parkflächen stehen hier insgesamt zur Verfügung. „Das reicht aus“, sagt Schoor: „Die Häuser liegen so nah zur City und zu Kindergärten, Schulen und anderen wichtigen Einrichtungen, dass Familien auf ein Zweitauto verzichten können.“
Als zukunftsweisend bewerten Planer das Energiekonzept: Es wird eine zentrale Erwärmeanlage gebaut. Die gesamte Wohnanlage kann so mit einer Sole-Wasser-Wärempumpe geheizt werden. Die Hauskäufer können deshalb ein zinsgünstigen Darlehen über 50 000 Euro in Anspruch nehmen. „Nach aktuellen Berechnungen werden Jahresheiz-Energiekosten von rund 2,50 Euro pro Quadratmeter erwartet“, sagt Bernhard Frehn, der das Erdwärmeprojekt entwickelt.
Aber warum heißt die Anlage Reitbahn-Karré? Ende des 19. Jahhunderts war hier tatsächlich eine Reitbahn – errichtet vom Rheydter Reitverein, der sich 1896 gründete.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






