Mönchengladbach: Wolff für Uhler: Rheydts CDU sucht die Ruhe
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 08.05.2008Mönchengladbach (RPO). Mit einem neuen Vorsitzenden versucht die CDU Rheydt-Mitte nach internen Querelen einen Neuanfang: Wolfgang Wolff löste Peter Uhler ab. In einer Kampfabstimmung setzte sich Wolff am Dienstagabend mit 61 gegen 47 Stimmen gegen seinen Ratskollegen durch. Ob die Rheydter CDU damit zur sachpolitischen Arbeit zurückkehren kann, ist längst nicht sicher. „Ich weiß nicht, ob Wolff die Kraft und das Durchsetzungsvermögen hat, die unterschiedlichen Lager zu einen“, sagte Uhler gestern der RP. Und er fügte hinzu: „Ich kann nicht ausschließen, dass es eine erneute Mitgliederversammlung geben wird, wenn dies mindestens 25 Prozent der Mitglieder fordern.“ In diesem Fall stände die CDU-Rheydt vor einem Scherbenhaufen.
Weil sie die Vorstandswahl bei der Versammlung Mitte März für nicht rechtens hielten, hatten die Ratsherren Joachim Roeske, Michael Déjosez und Wolfgang Wolff eine Neuwahl gefordert. Der Streit entzündete sich an etwa einem Dutzend neuer Mitglieder. Sie waren unmittelbar vor der Vorstandswahl in die CDU Rheydt-Mitte eingetreten und wollten offenbar auf die Zusammensetzung des Vorstands Einfluss nehmen. Ein Teil durfte mitwählen, ein anderer wiederum nicht – angeblich, weil der Parteieintritt formal noch nicht vollzogen war. Deshalb hielten die Ratsherren Roeske, Déjosez und Wolff die Wahl für ungültig. Sie fanden dafür genügend Unterstützer: 60 der etwa 200 Mitglieder aus Rheydt-Mitte forderten eine neue Mitgliederversammlung, die am Dienstag über die Bühne ging.
Die Gruppe um Peter Uhler versuchte erfolglos, die Neuwahl zu verhindern. Ihren Antrag, diesen Punkt von der Tagesordnung zu streichen, folgten 63 der 111 erschienenen Mitglieder nicht. Es kam, wie es kommen musste: Uhler unterlag Wolff, und auch bei den Stellvertretern (Bernd Kaumanns und Doris Jansen) setzten sich Kandidaten durch, die eher zum neuen Vorsitzenden tendieren. „Ich werde jetzt viele Gespräche führen, damit wir zur Sacharbeit zurückkehren können“, versprach Wolff. Damit meinte er nicht unbedingt die Gruppe um den bisherigen RCDU-Chef Uhler, sondern Bürger, die sich in Rheydt engagieren.
Uhler sieht für sich nur persönliche Vorteile: „Damit kann ich leben. Dann habe ich eben ein Parteiamt weniger.“ Er geht davon aus, dass er im Vorstand des neuen Stadtbezirksverbandes Mönchengladbach-Süd den Vize-Vorsitz übernimmt: „So war es geplant. Schließlich habe ich den Kooperationsvertrag mit entworfen.“ Beim neuen Vorstand um Wolfgang Wolff ist Uhler skeptisch: „Seine Gruppe hat viele alte Kämpfer verprellt. Wolff wird doch mehr gesteuert, als dass er selbst arbeitet. Ich zweifle sehr daran, ob der neue Vorstand wirklich unabhängig ist.“
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