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Mönchengladbach: Wotan: Happy-End im Tierheim

VON CORINNA HENRICH - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009 - 15:39

Mönchengladbach (RPO). Vor fünf Monaten war Wotan noch ein Hunde-Sozialfall: Aggressive Milben hatten seinen Körper zerfressen. Im Tierheim am Hülserkamp schickten die Mitarbeiter ihn in Quarantäne und päppelten ihn auf. Jetzt ist der Rüde kaum wiederzuerkennen und sucht ein Zuhause.

Wotan ist kaum wiederzuerkennen: Tierpflegerin Corinna Sieben sucht für den gesunden Rüden nun neue Besitzer. Foto: Detlef Ilgner

Bemitleidenswert sah Wotan noch vor gut fünf Monaten aus. Der altdeutsche Schäferhund hatte sich das Fell am Körper und an den Beinen weggekratzt, sein Gesicht war kahl, die nackte Haut entzündet, seine Ohren verkrustet und voller Eiter. Mit traurigen Augen blickte der Rüde um sich. Der Hund war am Ende seiner Kräfte: Aggressive Milben hatten den Körper des Hundes zerfressen.

In diesem elendigen Zustand brachte das Ordnungsamt den verwahrlosten Hund im März dieses Jahres ins Tierheim am Hülserkamp. Die Rheinische Post berichtete über den „Sozialfall“ Wotan, woraufhin viele Tierfreunde für den Hund spendeten. Heute ist Wotan nicht wiederzuerkennen. Mit gespitzten Ohren und glänzendem schwarzen Fell steht der wohlgenährter Hundesenior erwartungsvoll am Zaun seiner Anlage. Unter der fachkundigen Pflege von Tierheimleiterin Charlotte Kaufmann und ihren Mitarbeitern konnte das Tier wieder aufgepäppelt werden.

Vor fünf Monaten war der altdeutsche Schäferhund in einem desolaten Zustand, aggressive Milben hatten seinen Körper zerfressen. Foto: Isabella Raupold

Sofort nach seiner Ankunft im Tierheim musste Wotan für einige Wochen in Quarantäne. „Die Milbenbehandlung ist nicht unproblematisch“, erklärt Kaufmann, „Milben sind ansteckend, auch für Menschen.“ Deshalb mussten sich die Mitarbeiter nach jedem Kontakt mit dem Tier desinfizieren. Der Hund bekam wöchentlich eine Spritze gegen die Schädlinge. Im Juni stellte der Tierarzt einen Tumor an Wotans linken Vorderbein fest. Der Rüde musste operiert werden. Anfang August war die Tumorbehandlung abgeschlossen. Die Maßnahmen gegen den Milbenbefall dauerten gut vier Monate. Das bedeutete viel Arbeit für das Personal, doch das Team vom Tierschutz Mönchengladbach hatte Erfolg. Kein anderes Tier und keiner der Mitarbeiter hat sich angesteckt. Und Wotan geht es wieder gut.

„Ohne die vielen spontanen Spenden hätte die Behandlung von Wotan nicht realisiert werden können“, sagt die Tierheimleiterin und möchte sich dafür bei den großzügigen Tierfreunden bedanken. Gerade die finanzielle Seite ist beim Tierschutz ein wichtiger Punkt. Die Stadt schießt ein Drittel der Kosten für das Heim bei, der Rest kommt aus Spenden und Vermittlungen. Eine langwierige und teure Behandlung, wie die von Wotan, ist nur mit zusätzlichen Spenden finanzierbar.

Es geht vielen Tieren so wie dem altdeutschen Schäferhund. Gerade im Sommer ist der Ansturm aufs Tierheim groß. Am Hülserkamp wohnen momentan etwa 70 Katzen und über 30 Hunde. Jährlich sind es um die 1200 Tiere. Vor allem bei alten, chronisch kranken und verhaltensgestörten Tieren ist viel Ausdauer gefragt. Und die Kosten für die tierärztliche Versorgung sind hoch. Die Tierschützer aus Mönchengladbach tun alles, um ihren Schützlingen zu helfen.

Das ehemalige Sorgenkind Wotan ist mittlerweile in ein kleines Hunderudel integriert. Munter tobt der neunjährige Rüde mit seinen Hunde-Kameraden auf der grünen Wiese seines Auslaufs herum und freut sich über die Streicheleinheiten seiner Pflegerin. „Er hat sich prächtig entwickelt“, sagt Charlotte Kaufmann stolz. Jetzt wartet Wotan (9) auf ein neues Zuhause.

Quelle: RP

 
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