Mönchengladbach: Wurde Überfall beim Frühstück geplant?
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 14.03.2008Mönchengladbach (RPO). Von der früheren Kumpanei zwischen den drei Angeklagten war jetzt im Gerichtssaal nichts mehr zu spüren. Wegen bewaffneten Banküberfalls auf eine Sparkasse stehen zwei Mönchengladbacher und ein Viersener vor Gericht. Bereits zu Prozessbeginn hatte der 22-jährige Gladbacher zugegeben: „Ich bin in die Bank reingegangen.“ Aber die Gaspistole und den Fluchtwagen soll der 33-Jahre alte Viersener besorgt haben. Doch davon wollen die beiden Mitangeklagten jetzt nichts mehr wissen. Sie hätten in Viersen lediglich in der Nähe der Sparkasse gesessen und seien völlig ahnungslos gewesen. Das Verbrechen am 12. Dezember 2006 in Viersen war kein Erfolg. Der maskierte und bewaffnete Räuber hatte damals kaum den Schalterraum der Sparkasse mit den erbeuteten 11 000 Euro verlassen, als der Farbbeutel explodierte. „Die Scheine und ich waren rot eingefärbt“, hatte der 22-Jährige damals entsetzt festgestellt und das wertlose Geld weggeworfen. Die Kumpane im Fluchtfahrzeug hätten mit Flüchen reagiert.
Nach den gestrigen Zeugenaussagen der Vernehmungsbeamten könnte man allerdings an der Ahnungslosigkeit der Mitangeklagten zweifeln. Der 21-Jährige mit dem irakischen Pass hatte den Haupttäter seinerzeit bei der Bundeswehr kennengelernt. Er hatte dem Kriminalbeamten von den Geldsorgen seines Freundes und dessen Plan, eine Bank zu überfallen, berichtet. „Aber ich brauche einen Fahrer“, soll der Freund damals gefordert haben. Deshalb habe der Kumpel damals den Kontakt zu dem 33-jährigen Viersener hergestellt. Bei einem gemeinsamen Frühstück zu dritt sei der Überfall geplant worden. Am Ende soll der Viersener Fahrzeug und Waffe besorgt haben. Außerdem soll er sich als Fahrer zur Verfügung gestellt haben. Auf ähnliche Weise soll sich der 21-Jährige auch einem anderen Kriminalbeamten offenbart haben. Im Gerichtssaal war davon nun keine Rede mehr. Der 33-jährige Viersener, der im Prozess bestreitet und ansonsten schweigt, hatte damals bei der Polizei sinngemäß erklärt: „Mit der Sache hab ich so ziemlich nichts zu tun. Ich bin nur als Fahrer missbraucht worden.“
Unbedeutendes Rädchen?
Gestern ging es auch um eine weitere Anklage, die dem 21-Jährigen vorwirft, sich mit einer anderen Täterclique an einem Einbruch beteiligt zu haben. Auch in diesem Fall wich der Angeklagte nicht von seiner Taktik ab, sich als unbedeutendes Rädchen darzustellen. Er habe nur Schmiere gestanden, sowohl beim Einbruch in ein Bürogebäude als auch später, als der Freund am Tatort Feuer legte. Der Prozess wird fortgesetzt.
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