Mönchengladbach: Zehnmal quälen für den Titeltraum
VON SEBASTIAN RADERMACHER - zuletzt aktualisiert: 31.12.2009Mönchengladbach (RPO). Als kleiner Junge wollte Tobias Schäfer immer Volleyballer werden. Doch als er mit acht Jahren keine Mannschaft fand, landete er über Umwege bei der Leichtathletik-Gemeinschaft Mönchengladbach. "Ein Bekannter meines Vaters hat mich vor 14 Jahren mal mit zur LG geschleppt, und hier bin ich dann hängen geblieben", erzählt der 22-Jährige.
Schäfer hat bei der LG alle Altersklassen durchlaufen, von den Bambinis bis zu den Erwachsenen. Spezialisiert hat er sich auf den Zehnkampf. "Die Ausbildung bei der LG ist von Beginn an auf den Zehnkampf ausgerichtet, eigentlich spezialisiert man sich später auf eine bestimmte Disziplin", erzählt Schäfer. Bei ihm war es anders. "Ich konnte immer viele Disziplinen gut, war aber nie in einer überragend – so bin ich dann beim Zehnkampf geblieben." Sportlich gesehen war es für ihn eine gute Entscheidung. Bei den LVN-Mehrkampfmeisterschaften wurde er zweimal bereits Vizemeister. 2004 schaffte er es dadurch sogar zur Deutschen Jugend-Meisterschaft. 2008 folgte bei den LVN-Meisterschaften sein bester Zehnkampf bei den Erwachsenen – 6085 Punkte und wieder Rang zwei.
Der Traum bleibt für den Gladbacher also weiter bestehen. "Ich möchte LVN-Mehrkampfmeister werden und dann zur DM fahren, dann könnte ich einmal gegen die deutschen Spitzenathleten antreten", sagt der Informatik-Student, der gerade an seiner Bachelorarbeit schreibt und dann seinen Master an der Hochschule Niederrhein machen will. "Zurzeit kriege ich Sport und Studium unter einen Hut, ewig wird das aber nicht funktionieren", ist sich der 22-Jährige sicher.
Ob Hitze, Regen oder Schnee – das ganze Jahr über heißt es Training, Training, Training. Weitsprung, Diskuswurf, Stabhochsprung, Hürdenlauf oder Kugelstoßen. Und das alles für einen, maximal zwei Wettkämpfe im Jahr. Lohnt sich dieser Aufwand? Für Tobias Schäfer lohnt er sich. Man brauche für den Zehnkampf einen sehr starken Willen, "ich mache das aus Spaß und Leidenschaft."
Athlet und Nachwuchstrainer
Neben seinem eigenen Training kümmert sich der 22-Jährige mittlerweile auch um die Nachwuchszehnkämpfer der LG. Sechsmal pro Woche, für jeweils zweieinhalb Stunden, wird im Grenzlandstadion und im Kraftraum trainiert. "Das Training mit den jungen Athleten macht mir großen Spaß, ich kann ihnen viel weitergeben", erzählt Schäfer. Am meisten zu verdanken hat der 22-Jährige, der auch Vorsitzender des LG-Jugendvorstandes ist, seinem Trainer Manfred Schulten. "Er ist mein Ziehvater, betreut mich schon seit zehn Jahren." Schulten kann das Lob nur zurückgeben: "Tobias ist ehrgeizig und zielstrebig. Das wird ihm im späteren Leben sehr weiterhelfen."
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