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Mönchengladbach: Zehnter Stock: Das Herz des Eli

VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 31.12.2009

Mönchengladbach (RPO). Wer mit dem Aufzug bis in die zehnte Etage des Krankenhauses St. Elisabeth fährt, der bekommt einen sensationellen Ausblick. Die Pfleger haben aber wenig Zeit, die Aussicht bis weit über Rheydt hinaus zu genießen. Sie müssen Medikamente dosieren und den Blutdruck ihrer Patienten messen, ihnen beim Aufstehen helfen und Essen bringen.

An guten Tagen ist sogar der Kölner Dom zu sehen. Das mag jeder finden, wie er will. Aber gegen die Aussicht allein kann man nichts sagen. Nicht nur ganz Rheydt, sondern auch Gladbach liegt einem vom zehnten Stock des Krankenhauses St. Elisabeth aus zu Füßen. Ein seltener Ausblick.

Für Jessica Kamphausen ist er völlig normal. Die 22-Jährige arbeitet in der Klinik, ist Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie. "Viele Patienten sind ältere Menschen", sagt sie. Sie haben es an der Leber oder der Milz, mit dem Magen oder Darm. Aber immer auch am Herzen. "Ich finde es gut zu helfen, damit sie wieder auf die Beine kommen."

31 Betten gibt es auf der Etage. Zehn Dreibett- und ein Einzelzimmer, alle vom Fahrstuhl aus linker Hand. Die Auslastung ist hoch. "Die Arbeit macht mehr Spaß, wenn viel zu tun ist", sagt Kamphausen, eine von 13 Mitarbeitern im Team. Seit einem Praktikum kam sie vom "Eli" nicht mehr los, machte ihre Ausbildung hier, ist seit Oktober fest angestellt.

Stimmung untereinander ist gut

Mit den Patienten hat sie in diesen Minuten keinen direkten Kontakt. Nach der Übergabe zwischen dem Frühdienst, der um 6 Uhr beginnt, und dem Spätdienst, der um 13 Uhr startet, erledigt sie im Schwesternzimmer Büroaufgaben. Vor den deckenhohen Schränken dosiert sie Tabletten für die Patienten, an einem der beiden Computer trägt sie Blutdruckwerte ein. Hinter ihr stehen nicht nur Pflanzen, sondern hängt auch ein Schild. "Wer zusammen lachen kann, der kann auch zusammen arbeiten", steht drauf. "Stimmt absolut", bestätigt die Wickratherin. "Es gibt niemanden im Team, der Probleme mit irgendwem hat. Die Stimmung untereinander ist ziemlich gut."

Ab und an piept der Klingelruf ins Schwesternzimmer. Das heißt, dass einer der Patienten vom Bett aus Hilfe anfordert. Auch auf dem Flur ist das Piepen zu hören. Benedikt Stülpner reagiert als Erster. In einem der Zimmer, in denen immer volle Wasserflaschen stehen und das Neue Testament auf dem Tisch liegt, fragt eine ältere Dame, ob er ihr einen Kaffee bringen könne. "Immer doch", sagt der 22-Jährige.

Er ist, wie alle drei Pfleger des Spätdienstes, in weiß gekleidet. "Das ist genau mein Job", sagt Benedikt Stülpner. Zwar weniger aufgrund der Kleidung, aber wegen der Aufgaben. Im Frühdienst kümmert er sich ums Wecken und die Grundpflege der Patienten, verteilt Frühstück und Mittagessen (das frisch vom Küchenmeister im Keller des Hospitals zubereitet wird), wickelt Verbände um Beine und begleitet den Stationsarzt bei der Visite.

Gebastelte Weihnachtsdekoration

Im Spätdienst werden Infusionen angehängt und der Blutzucker kontrolliert sowie die Betten für die Nacht vorbereitet. Bevor ab 20 Uhr aber der Nachtdienst übernimmt gibt es Abendessen und am frühen Nachmittag Kaffee. "Das ist ein tolles Team", sagt Benedikt Stülpner, während er auf dem Flur die Tasse Kaffee abfüllt. Links und rechts von ihm hängt noch die Weihnachtsdekoration, die die Schwestern selbst gebastelt haben, damit es weniger steril und mehr gemütlich aussieht. Dazwischen immer wieder Bilder: eine Infotafel zu Magengeschwüren, das Puzzle einer Landschaft, ein Gruppenfoto.

"Die Atmosphäre ist locker", sagt Stülpner. "Man kann mit allen quatschen, die Abläufe sind gut eingespielt." Dass er in einem der höchsten Gebäude der Stadt arbeitet, fällt ihm kaum auf. Zwar sind überall große Fenster, aber "es gibt genug zu tun, da kann man nicht ständig nach draußen schauen und den Ausblick genießen". Obwohl er noch so selten ist.

Quelle: RP

 
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