Mönchengladbach: Zentralprüfungen: Waren Aufgaben zu einfach?
VON BIRGIT KRUMMHEUER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2007Mönchengladbach (RPO). Gezittert, gebangt – und gut abgeschnitten. Überraschend gut. Das ist die Bilanz der meisten Zehntklässler, die in diesem Jahr erstmals Zentralprüfung ablegen mussten. Die Ergebnisse der landesweiten Tests liegen jetzt vor. Ganz gleich ob Gymnasium, Gesamt-, Real- oder Hauptschule – die meisten Schulleiter in Mönchengladbach sind sich einig: Viele der Prüflinge schnitten besser ab, als in ihren gewöhnlichen Klausuren.
Die Schüler freut’s. Denn die Ergebnisse der Zentralprüfung machen die Hälfte ihrer Zeugnisnote aus. Für diejenigen, deren Prüfungsergebnis von der Vornote abweicht, stehen in der nächsten Woche mündliche Tests an. Diese sind freiwillig, wenn die Abweichung weniger als zwei Noten beträgt.
Solche Fälle gibt es viele, etwa am Gymnasium Geroweiher. „Die Kollegen waren erstaunt, wie viele Schüler sich verbessert haben“, sagt Schulleiter Wolfgang Lothmann. Selbst viele der schwächeren Schüler seien mit den Aufgaben gut zurecht gekommen. Manche hätten gar den Sprung von „mangelhaft“ auf „befriedigend“ geschafft. Zu den wenigen Schulen, an denen das Lob verhaltener ausfällt, zählt die Geschwister-Scholl-Realschule. „Die meisten Noten entsprechen der Vornote“, so Schulleiterin Gisela Frost. Dennoch: Angesichts der guten Ergebnisse stellt sich die Frage, ob die Prüfungen anspruchsvoll genug waren. „Die Aufgaben waren relativ einfach“, formuliert Rainer Kühn vom Gymnasium Rheindahlen vorsichtig. Laut der Mathelehrer an seiner Schule sei vornehmlich Stoff der neunten Klasse geprüft worden. Die schwierigen Themen aus den vergangenen Monaten, wie etwa das Rechnen mit Logarithmen, seien kaum vorgekommen. Peter Blomert, Schulleiter der Gesamtschule Espenstraße, schätzt dies ähnlich ein – und findet das genau richtig. Denn Sinn und Zweck der Zentralprüfungen sei es lediglich, Grundwissen abzufragen.
Doch es gibt auch eine andere Erklärung für das gute Abschneiden der Schüler: Sie waren wirklich gut. Das glaubt Anna Link, Konrektorin der Realschule Wickrath. „Viele der Jugendlichen waren deutlich besser vorbereitet, als für eine normale Klausur“, so die Pädagogin. Schließlich hätten sie noch nie eine so wichtige Prüfung abgelegt.
Zudem zeichnet sich ab, dass auch die Abitur-Klausuren gut ausfallen werden. Die Prüfungsunterlagen sind nach der ersten Durchsicht in einer fremden Schule jetzt wieder in den Heimatschulen zur Zweitkorrektur eingetroffen.
Umfrage im Internet Faire Prüfungen oder viel zu leicht? Die RP ist gespannt, wie Schüler die Tests einschätzen. Unter www.rp-online.de/moenchengladbach könnt ihr von euren Erfahrungen berichten.
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