Mönchengladbach: Zu viele Einbrüche: Polizei streikte
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010 - 11:58Mönchengladbach (RPO). In die Waschanlage an der Ottostraße in Rheydt ist innerhalb von acht Wochen siebenmal eingebrochen worden. Nach der letzten Tat wollte die Polizei zunächst keine Spuren mehr aufnehmen. Die Begründung: zu viele Einbrüche.
Vor einer Woche hat Sylvia Paulußen der Polizei den vorerst letzten Einbruchsdiebstahl in ihre Waschanlage gemeldet. Der Täter hatte in der Nacht die Geldautomaten in den SB-Waschboxen geknackt. Zu sehen ist das auf den Bildern der Videoüberwachung. Dieser Diebstahl wurde genauso festgehalten wie alle anderen. Doch die Täter konnten nicht gefasst werden.
Bitter für die Betreiber. Denn wenn auch die Ausbeute für die Einbrecher gering ist, so ist der Schaden für die Geschäftsführer doch enorm groß. "Die Täter knacken die Schlösser und lassen dann alles offen stehen. Durch die Feuchtigkeit werden die Steuerungsplatinen beschädigt, die wir dann immer wieder für 1200 Euro pro Stück ersetzen müssen", sagt Klaus Hamel, Mitbetreiber der Waschanlage.
Interne Ermittlung
Umso unverständlicher ist für Sylvia Paulußen und Klaus Hamel die Reaktion der Polizei nach der letzten Tat. Der Beamte wollte nicht herauskommen, um die Anzeige aufzunehmen. Seine Begründung: Es sei zu oft eingebrochen worden. "Dann erklärte er mir, ich soll die Anzeige per Internet aufgeben", berichtet Sylvia Paulußen. Und: "Abgesehen davon, dass dies nicht möglich war, habe ich mir natürlich die Frage gestellt: Wie oft darf in eine Firma eingebrochen werden, damit die Polizei sich der Tat noch aufnehmen möchte? Und muss ich jetzt selber Spuren sichern?"
Definitiv nein, sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Wegen des Vorfalls wird mittlerweile intern ermittelt. Und zwischenzeitlich wurde auch ein Kriminalbeamter zur Waschstraße geschickt. Sylvia Paulußen hatte sich zuvor schriftlich an den Polizeipräsidenten gewendet.
Die Waschstraßenbetreiber wissen mittlerweile kaum noch, wie sie sich vor den Dieben schützen sollen. Denn die werden immer dreister. "Einer hat in der Nacht eine Stunde lang in einer SB-Box sein Auto gewaschen und zwischendurch in aller Seelenruhe den Geldkasten geknackt", erzählt Klaus Hamel. All dies wurde von der Kamera aufgezeichnet. Auch die Taten des Mannes, der schon mehrfach in die Waschanlage einbrach. "Er ist deutlich zu erkennen, und er kommt abwechselnd mit einem dunkelroten und einem dunkelblauen Opel", sagt Hamel. "Eigentlich müsste er doch zu ermitteln sein." Sylvia Paulußen und Klaus Hamel wollen nun noch mehr Überwachungskameras mit Alarmierungssystem anschaffen. "Aber das kostet 7000 Euro. Und nach so vielen Einbrüchen mit großem Schaden fällt die Investition nicht gerade leicht", sagt Hamel.
Auch andere Betreiber von Waschanlagen beklagen, dass regelmäßig die Geldkästen aufgebrochen werden.
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