Mönchengladbach: Zu viele Katzen im Gladbacher Tierheim
VON BRITTA KRAUSS - zuletzt aktualisiert: 27.01.2009Mönchengladbach (RPO). Sie sitzen auf Computer-Monitoren, in Regalen und auf der Toilette: Im Gladbacher Tierheim regieren die Katzen. Etwa 50 Tiere drängen sich derzeit in der Einrichtung, noch vor sechs Jahren waren es in dieser Jahreszeit gerade einmal zwei. Seitdem steigt die Zahl der Vierbeiner stetig. Mittlerweile herrscht im Tierheim Platzmangel.
Das Gladbacher Prinzenpaar Marcus I und Niersia Ilona bewies nun, dass es nicht nur ein Herz für den Karneval, sondern auch für Tiere hat. Passend zum Motto "Jedem Tierchen sein Plaisierchen" haben sich die beiden Tierhalter entschlossen, dem Heim auszuhelfen. Am Sonntag verkündeten sie, dass sie sich auf den zahlreichen Veranstaltungen statt Geschenken Geldspenden für die Einrichtung wünschten. Um die Katzen-Situation zu entschärfen, möchte das Tierheim damit die Hundequarantäne-Station in eine Mutter-Kind-Station für Katzen umbauen. Denn Katzenmütter und ihr Nachwuchs müssen getrennt von anderen Katzen untergebracht werden.
Nur etwa fünfzig Quadratmeter Fläche stehen den Stubentigern zur Verfügung, für die etwa 30 Hunde gibt es 5000 Quadratmeter. In seiner Not entschloss sich der Träger-Verein "Tierschutz Mönchengladbach", die Katzen in den Räumen frei laufen zu lassen – in Absprache mit dem Veterinäramt. "Zehn Katzen auf fünf Quadratmetern zu halten geht nicht", sagt Tierheim-Leiterin Charlotte Kaufmann. "Dafür sind sie zu stressanfällig und freiheitsliebend." Die Mitarbeiter fürchten sich vor dem Frühling. Dann ist im Tierheim "Hochsaison", besonders viele Katzenmütter mit ihren Kindern werden abgegeben.
Tatsächlich steigt die Zahl der Katzen in der Stadt ständig. Kastriert werden die Tiere immer seltener. "Das liegt vor allem an den ständig steigenden Kosten des Eingriffs", meint Kaufmann. Die Gründe für die Abgabe der Katzen sind immer die gleichen: Allergie, Trennung, finanzielle Probleme. Eben diese hat auch das Tierheim selbst, denn die Zuschüsse der Stadt reichen nicht aus. Geld wird dringend benötigt. Besonders für Futter: 60 Dosen Katzenfutter à 400-Gramm verspeisen die Katzen an einem Tag.
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