Mönchengladbach: Zu viele Lkw in der Stadt
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.04.2009Mönchengladbach (RPO). Um Mautkosten zu sparen, verlassen Lkw-Fahrer Autobahnen und nutzen Schleichwege durchs Stadtgebiet. Planer fordern deshalb, dass A 52 und A 61 schnell sechsspurig werden. Aber der Zeitplan für den Ausbau stockt.
In zehn Jahren soll Mönchengladbach von sechsspurigen Autobahnen umgeben sein. Dies sieht der Bundesverkehrswegeplan vor. Zusätzliche Fahrbahnen bekommen die A 52 zwischen den Autobahnkreuzen Mönchengladbach und Neersen und die A 61 von Nordpark bis zum Kreuz Wanlo. Der Landesbetrieb Straßenbau treibt die Planungen zwar mit Hochdruck voran, musste jetzt aber Abstriche machen: Über eine sechsspurige A 52 werden nicht – wie geplant – schon 2014 die Autos rollen, sondern vermutlich erst zwei Jahre später.
Überflüssige Ring-Teilstücke
Und doch wirken sich diese Autobahn-Vorhaben bereits jetzt auf die Verkehrsplanung der Stadt aus. Denn der geplante Ausbau macht noch offene innerstädtische Ringverbindungen überflüssig. Das vor allem in Rheydt wiederholt geforderte Teilstück des Mittleren Rings zwischen Gingterstraße und Dahlener Straße wird vermutlich ganz in den Schubladen der Planer verschwinden. Deren Devise heißt inzwischen: Je besser die Ringkonzepte sind, umso mehr Fahrzeuge rollen völlig überflüssigerweise durch die Stadt – und das schreckt die Verkehrsplaner ab. Vor allem Lkw-Fahrer sind ihnen ein Dorn im Auge. "Viele verlassen die Autobahn und nutzen die gut ausgebauten Routen durch die Stadt, um dann an anderer Stelle wieder auf die Autobahn zu fahren. Sie sind dabei nur geringfügig länger unterwegs, sparen dadurch aber Mautkosten ein", sagt Verkehrsplaner Jörg Clages.
Und da die Stadt selbst über jeden Euro, den sie ausgegeben, dreimal nachdenken muss, kommt ein Kostenargument dazu. Zwar würde das Land den Ausbau des Mittleren Rings auch weiterhin fördern, doch die Stadt müsste einen wesentlichen Anteil selbst übernehmen. Für das Mittlere-Ring-Teilstück zwischen Gingterstraße und Dahlener Straße wäre das rund eine Million Euro. Clages: "Zwar entscheiden die Politiker darüber, welches Straßensystem sie wollen. Aber wir Verkehrsplaner können ihnen das nicht empfehlen. Denn wir müssen alles tun, damit die Autofahrer die Autobahnen nutzen, statt Schleichwege durch die Stadt zu nehmen."
Er rechnet damit, dass die heutigen Verkehrsprobleme auf der A 52 ganz verschwunden sind, wenn die Autobahn sechsspurig ausgebaut ist. "Nach allen derzeitigen Erkenntnissen wird es dann keine regelmäßigen Staus mehr geben. Der Verkehr rollt und wird zügig um die Stadt geführt. Der Autofahrer hat keinen zeitlichen Vorteil mehr, wenn er die A 52 verlässt und die städtischen Straßen als Umgehung nutzt", sagt Clages. Profitieren werden davon einige Straßen, die jetzt den Schleichverkehr weitgehend aufnehmen müssen: Dazu gehören unter anderen der Schürenweg und die Bismarckstraße. Da kann sich dann der Durchgangsverkehr um rund zehn Prozent verringern.
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