Mönchengladbach: „Zustand ist katastrophal“
VON ANDRIANA SAKARELI UND CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 20.05.2008Mönchengladbach (RPO). Schlaglöcher, brüchiger Asphalt, unterspülte Fahrbahndecken – Mönchengladbachs Straßen sind in einem schlimmen Zustand. Das weiß auch die Stadt. Aber in diesem Jahr hat sie noch weniger Geld dafür.
Straßenkataster
Was Ein Straßenkataster bildet das Straßen- und Wegenetz einer Kommune ab und ist Hilfsmittel für Planungen und Sanierungen.
Prioritätenliste Aus dem Straßenkataster soll eine Dringlichkeitsliste für Sanierungen hervorgehen. Zuvor hatten die einzelnen Stadtbezirke die wichtigsten Straßen in ihrem Gebiet benannt.
440.000 Euro – diese Summe veranschlagt die Stadt in diesem Jahr für die Sanierung des Belags der Gemeindestraßen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das nur noch ein Drittel. Die Probleme mit maroden Fahrbahnen sind indes nicht kleiner geworden. In Stadtmitte beispielsweise können nur drei Straßen – Ludwigstraße, Neuhofstraße und Rudolfstraße – ausgebessert werden. 65.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. „Wir wollten noch eine ganze Reihe von Maßnahmen durchführen, die dringend wären“, sagt Olaf Neef vom Baustellenmanagement bei der Bezirksvertretung. Doch dafür fehlt erstens das Geld, zweitens ist die Stadt auf die Planungen der NVV angewiesen. Wenn der Versorger in den nächsten drei Jahren Kanalarbeiten angeht, sollen die Straßen in einem Arbeitsgang mit neuem Asphalt versehen werden.
Die Straßen Mönchengladbachs sind seit Jahren in einem schlimmen Zustand. Die Stadt hat bislang die Sanierung und Instandsetzung auf die lange Bank geschoben. SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Beine: „Über Jahre wurde sich nicht gekümmert. Der Zustand der Straßen ist katastrophal, sowohl in Wohnbereichen als auch auf Hauptverkehrsstraßen.“ Ein Beispiel, das Beine besonders ärgert, ist die Brucknerallee. „Die Straße war so reparaturbedürftig, dass sie komplett erneuert werden musste. Nach dem kommunalen Abgabegesetz zahlen dafür die Anwohner. Das kann nicht sein, dass sich die Stadt dadurch gesund spart.“ Auch CDU-Fraktionschef Rolf Besten stellt Gladbachs Straßen ein Armutszeugnis aus. „Es ist klar, dass wir in Zukunft mehr Geld in die Instandsetzung investieren müssen“, sagt er.
Ein Negativ-Beispiel ist die obere Rheydter Straße. In Höhe Victoriastraße war vergangene Woche „Land unter“: Die Fahrbahn war unterspült worden. Der Busverkehr musste umgeleitet werden, da sonst die Gefahr bestand, dass die Busse ins Erdreich absacken. Auch hier will die NVV innerhalb der nächsten drei Jahre umfassende Arbeiten vornehmen. Nötig wäre eine Sanierung der schlechten Fahrbahndecke bis zur Kreuzung Fliethstraße so bald wie möglich.
Welche Straßen dringend saniert werden müssen, soll die Prioritätenliste des Straßenkatasters ergeben. Doch die Aufstellung verzögert sich – weil die Software für den Computer fehlte. In der Liste sollen – anders als zuvor – erstmals alle Straßen im Stadtgebiet nach ihrem Zustand beurteilt werden. Danach richtet sich die Dringlichkeit der Sanierung des Deckenbelags.
Auf die Stadt könnte auch noch eine andere – teure – Überraschung zukommen: Durch die gestiegenen Ölpreise können auch die Kosten für den Asphalt steigen. Dann besteht die Gefahr, dass das eingeplante Geld auch für die nötigsten Maßnahmen nicht ausreicht.
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