Mönchengladbach: Zwei Frauen schlugen sich im Treppenhaus
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 08.10.2009Mönchengladbach (RPO). Vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht saß die Hausfrau und Mutter von vier Kindern jetzt zum ersten Mal auf einer Anklagebank. Doch der Staatsanwalt warf der blonden Frau (43) vor, in einem Rheydter Mietshaus eine Mitbewohnerin mit Fausthieben traktiert zu haben. "Ich sehe mich als Opfer und nicht als Täterin", verteidigte sich die Rheydterin. Dann erinnerte sie sich an die Begegnung mit der 42-jährigen Nachbarin. "Ich kam an dem Tag mit meinem Hund, einem Labrador, die Treppe hinauf", so die Angeklagte. Dann sei die Nachbarin aus ihrer Wohnung gekommen und habe gleich los geschimpft: "Scheißköter". "Da habe ich ihr auch etwas gesagt", ergänzte die Angeklagte selbstbewusst. Schließlich sei die Andere wie eine Furie auf sie zu gekommen und habe sie an den Haaren gepackt. "Ich hab sie weggedrückt, zwei Stufen hinunter", so die Blondine. Als "dreckige Hure" sei sie beschimpft worden. Dann sei der Sohn der Mitbewohnerin gekommen und mit der Mutter verschwunden.
"Sie hat aber angefangen"
Danach erinnerte sich die Mitbewohnerin an den Krach im Treppenhaus. "Der große Hund kam auf mich zu. Da bekam ich Angst", so die 42-Jährige im Gerichtssaal. "Geh weg", aber keinesfalls "dreckiger Köter" habe sie gesagt. Dann habe die Hundebesitzerin sie geschlagen. "Ich habe zurückgeschlagen, aber sie hat angefangen", schilderte sie das Aufeinandertreffen. Die Familie der Angeklagten wohne seit neun Jahren im Haus. "Aber die nehmen keine Rücksicht, sind immer frech und zu laut", beschwerte sich die Frau. Im April ging sie zur Polizei, zeigte das frische Hämatom am Oberarm und zeigte die Nachbarin an.
Vor Gericht kam die Rheydterin mit einer Verfahrenseinstellung davon, muss aber 400 Euro Geldbuße an eine Förderschule zahlen. "In Zukunft ist Ruhe in dem Haus", mahnte die Richterin die beiden Frauen.
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