Mönchengladbach: Zweite Chance für Mathe-Abiturienten
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 10.06.2008Mönchengladbach (RPO). Schnell und unbürokratisch soll das Problem aus der Welt geschaffen werden: So lautet die Nachricht von NRW-Schulministerin Barbara Sommer, die gestern allen weiterführenden Schulen auf die Rechner flatterte. Schon heute in einer Woche dürfen Schüler, die beim Zentralabitur im Grund- oder Leistungskurs Mathematik die Aufgaben „Oktaeder“ oder „Basketball“ zu bearbeiten hatten, die Prüfungsklausur neu schreiben. Gerade diese beiden Aufgaben waren als wesentlich zu schwierig kritisiert worden.
„Das ist abstrus“, meinte gestern Willi Oberdörster, Chef der Bischöflichen Marienschule, der mittags von der Mail aus dem Ministerium überrascht wurde. „Das bedeutet noch einmal zusätzlichen Stress für unsere Schüler.“ In den Leistungskursen an der Marienschule waren die beiden kniffligen Aufgaben nicht gewählt worden, aber die 58 Schüler in den Mathe-Grundkursen wurden damit konfrontiert. „Diese Schüler werden wir schnellstens anschreiben und über den Nachhol-Termin des Ministeriums informieren“, sagte Oberdörster. „Ich schließe nicht aus, dass einige Schüler den Termin wahrnehmen werden.“ Peter Blomert, Chef der Gesamtschule Espenstraße, war sich gestern schon ziemlich sicher, dass keiner seiner Schüler den Nachholtermin beantragen wird. „Und das, obwohl es zum Teil sehr deutliche Abweichungen im Vergleich zu den Vornoten gibt.“
Am Gymnasium Gartenstraße hatten die Abiturienten offenbar Glück. „Bei uns kam die umstrittene Oktaeder-Aufgabe in der Mathematik-Prüfung nicht vor“, sagte Schulleiter Peter Reichartz. „Deshalb sehen wir das Ganze nicht so dramatisch.“ Keiner der Abiturienten sei in der Note nach unten abgewichen, im Gegenteil, einige hätten sich sogar deutlich verbessert. „Von 32 Schüler im Mathe-Leistungskurs haben 19 die Note 2- oder sogar besser geschafft“, so der Schulleiter.
Barbara Sommer begründete gestern ihre Entscheidung mit dem Ergebnis einer Stichprobe des Schulministeriums unter 52 Mathe-Leistungskursen an Gymnasien und Gesamtschulen in NRW, für die die Oktaeder-Aufgabe gewählt worden war. „Das Bild ist ausgesprochen uneinheitlich.“ Im Schnitt ergebe sich eine Abweichung nach unten von 1,59 Notenpunkten. Das ist gut eine halbe Note. Wer die „zweite Chance“ im Fach Mathematik nutzen möchte, muss sich bis Freitag, 13. Juni, 12 Uhr, bei seiner Schule zur Prüfung anmelden.
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