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Mönchengladbach: Zwölf Männer verweigern Speichelprobe

VON MARC PESCH - zuletzt aktualisiert: 10.03.2010 - 11:42

Der Massen-Gentest im Fall "Claudia Ruf" ist abgeschlossen. Mehrere hundert Männer haben eine Speichelprobe bei der Polizei abgegeben – der Mörder war nicht darunter. Zwölf Männer haben aber den Test verweigert.

Vier Monate nach Beginn einer so genannten "DNA-Reihenuntersuchung" im Mordfall "Claudia Ruf" hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach den Massen-Gentest jetzt weitestgehend abgeschlossen. Das Ergebnis: Mehrere hundert Männer haben freiwillig eine Speichelprobe abgegeben, der Mörder von Claudia Ruf war nicht darunter. Trotzdem wollen die Ermittler die Hoffnung noch nicht aufgeben. Denn: Zwölf Männer haben den DNA-Test verweigert. Jetzt soll geprüft werden, ob sie zu einer Probe gezwungen werden können.

Im Mai 2010 jährt sich der Mord an der damals elf Jahre alten Schülerin aus Hemmerden bereits zum vierzehnten Mal. Trotzdem ist vor rund einem Jahr überraschend wieder "Bewegung" in den Fall gekommen. Experten des Landeskriminalamtes hatten dank neuer Untersuchungsmethoden doch noch DNA-Spuren an der Leiche sichern können, die vom Täter stammen müssen.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach wollte nichts unversucht lassen – ein Massen-Gentest sollte auf die Spur von Claudias Mörder führen. Mehrere hundert Männer, die in der Vergangenheit unter anderem durch Sexualverbrechen aufgefallen waren, wurden angeschrieben und zur Speichelprobe auf einem Polizeirevier gebeten.

"Unter den DNA-Tests, die wir bislang gemacht haben, war kein Treffer", so Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff, "allerdings haben 12 Personen den Test verweigert." Man müsse nun sehen, ob man diese Personen zu einem Test zwingen könne, so Aldenhoff. "Allerdings ist das nicht so einfach. Laut Rechtssprechung sind die Tests zunächst freiwillig. Wer eine Probe verweigert, ist nicht automatisch als Beschuldigter oder Verdächtiger zu sehen."

Das heißt: Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln, ob die zwölf Männer überhaupt als Täter in Frage kommen könnten. Dabei sind verschiedene Fragen zu klären: Könnten sie damals überhaupt am Tatort gewesen sein? Gab es Verbindungen nach Grevenbroich? Fuhren sie zur damaligen Zeit möglicherweise eines der Autos, die am Tattag in Hemmerden beobachtet wurden? "Wir müssen schauen, inwieweit wir hier voran kommen", meint Peter Aldenhoff.

Claudia Ruf war an einem Samstagnachmittag auf einem Feldweg bei Hemmerden verschwunden. Sie war mit dem Hund eines Nachbarn spazieren gegangen. Der Hund kehrte alleine nach Hause zurück, Claudias Eltern verständigten daraufhin die Polizei. Die Schülerin blieb verschwunden, bis ein Spaziergänger zwei Tage später ihre Leiche an einem Waldweg bei Euskirchen in der Eifel fand.


 
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