Mönchengladbach: Zwölfjährige belastet Sexualtäter
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 26.09.2009Mönchengladbach (RPO). Zu einem Geständnis war der Angeklagte (58), dem sexueller Missbrauch von vier Kindern vorgeworfen wird, auch gestern vor der Ersten Jugendkammer nicht zu bewegen. Ähnlich wie zu Prozessbeginn bedauerte sich der 58-Jährige gestern zunächst – als Opfer der Presse: "Ich bin nur noch auf der Flucht."
Durch eine Justizpanne war sein Fall bekannt geworden. Der Angeklagte, der sich in 19 Fällen an vier Mädchen (fünf, sieben, elf und zwölf Jahre alt) vergangen haben soll, gab gestern halbherzig und ohne Details einen Vorwurf zu: "Mit der Elfjährigen – das weiß ich, dass ich dafür bestraft werden muss."
Die weiteren Vorwürfe bestritt der Angeklagte. Tatsächlich soll er sich vor den Kindern selbst befriedigt und ihnen Kinderpornos gezeigt haben. Da sei er doch gar nicht zu Hause gewesen, protestierte der Mann empört. Die Pornos hättendie Kinder selbst angeklickt. Zugleich verwickelte er sich in Widersprüche. Laut Anklage soll er den Intimbereich der kindlichen Opfer gefilmt haben. Daran könne er sich überhaupt nicht erinnern.
Dagegen konnte sich die Mutter von zwei fünf und zwölf Jahre alten Töchtern genau erinnern, wie ihr ihre Jüngste beim gemeinsamen Abendessen plötzlich von dem Nachbarn erzählte: "Ich musste mich ausziehen, dann hat der mich fotografiert." Das hat zwei ältere Mädchen offenbar veranlasst, ebenfalls von den sexuellen Übergriffen des Angeklagten zu berichten.
Die Mutter hatte den Viersener als "lieben, hilfsbereiten Nachbarn" kennen gelernt. Doch als sie beobachtete, wie der Mann die elfjährige Freundin ihrer Kinder auf den Mund küsste, erstattete sie Ende August 2008 Anzeige bei der Polizei. Deren zwölf Jahre alte Tochter sagte gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Dabei beschuldigte das Mädchen den Angeklagten, der dabei den Saal verlassen musste, erneut.
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