Basketball: Aus für Miller und Smith bei den Lions
VON TILL GREVEN - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Wenn sich die NVV Lions heute auf den Weg nach Salzkotten zum ersten Spiel nach der Winterpause machen, dann tun sie dies ohne reelle Siegchance. Spielmacher Matt Miller und Topscorer Terry Smith werden nämlich nicht mit im Bus sitzen.
„Wir haben uns von beiden getrennt“, bestätigt Manager Sebastian Egelhoff. Beim Tabellensiebten Benslips Baskets Salzkotten werden die Löwen nur mit einer Rumpftruppe auflaufen, denn die Nachfolger von Miller und Smith werden erst Freitag in Mönchengladbach erwartet.
Weder Egelhoff noch Trainer Robert Shepherd waren mit den Leistungen des US-Duos in der Hinrunde zufrieden. Speziell Smith trieb Coach Shepherd mit schnellen wie unnötigen Fouls bisweilen zur Weißglut. Die Trennung habe jedoch andere Gründe, wie Egelhoff betont: „Matt bekam kurzfristig eine Einladung der Nationalmannschaft Ruandas, an einem Qualifikationsturnier im Februar teilzunehmen.“ Miller besitzt seit 2006 einen ruandischen Pass und war bereits ein paar Mal für die afrikanische Auswahl im Einsatz. „Da er uns dadurch mehrere Wochen gefehlt hätte, haben wir uns gleich ganz von ihm getrennt.“ Und weil sich Landsmann Smith auf der Position des Spielmachers als untauglich erwiesen hatte, bekam der 23-Jährige ebenfalls die Kündigung.
Auf der Suche nach Ersatz setzten Egelhoff und Shepherd diesmal auf eine andere Strategie: Statt zwei Aufbauspielern wollten sie neben einem Spielmacher einen groß gewachsenen Flügel, der auch in Korbnähe agieren kann. Dabei erinnerten sie sich an Frank Benson, der den Ligarivalen Dortmund in der Saison zuvor mit 28,6 Punkten pro Spiel zur Meisterschaft geführt hatte. Der Amerikaner spekulierte danach auf ein Engagement in der ProA. Dieser Traum platzte, Benson kehrte in die USA zurück. Egelhoff holt ihn nun wieder nach Deutschland, wo er den NVV Lions Stabilität unter den Körben geben soll.
Ein unbeschriebenes Blatt hierzulande ist der neue Spielmacher. Kenny Jones war vergangene Saison einer der Leistungsträger beim finnischen First-Division-Klub Aanekosken Huima. In dieser Liga (in Finnland die Zweite Liga )– setzte Jones mit 20,8 Punkten pro Spiel Akzente. „Er kann das Spiel sowohl dirigieren als auch scoren. Er ist praktisch eine Mischung aus Miller und Smith“, sagt Egelhoff über den 1,85 Meter großen Guard.
Große Ambitionen, in der Tabelle noch weit nach oben zu klettern, haben die Lions trotz der Spielerwechsel nicht. „Für uns beginnt jetzt schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Durch die neuen Konstellationen sollen unsere jungen Spieler wie David Skibba und Kai Bonzelett deutlich mehr Spielzeit bekommen“, sagt Egelhoff.
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