„Schach ist cool“
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 14.05.2008Das „königliche Spiel“ gewinnt immer mehr Anhänger bei jüngeren Menschen. Die ersten Stadtmeisterschaften für die Jugend bestätigten den neuen Trend mit überraschender Beteiligung.
Ergebnisse
Stadtmeister und Platzierte 1. Christoph Schlomberg, 2. Ilia Faktorovich, 3. Sven Reichardt
Beste ihrer Klassen Christoph Schlomberg (U18), Ilia Faktorovich (U16), Hannah Koppers (U14), Daniel Jackson (U12), Koray Alagöz (U10), Daniel Drozdov (U8)
Schach Der Denksport mit den schwarzen und weißen Figuren – eine Sache nur für Ältere? Das stimmt nicht. Und nicht nicht für Hannah Koppers, eine der ersten Jugend-Stadtmeisterinnen. „Beim Schach kann man sich entspannen, das ist cool“, sagt die 13-Jährige. Und mit dieser Meinung steht sie längst nicht alleine da.
Eigentlich hatte Alfred Warner damit gerechnet, dass sich höchstens 30 Teilnehmer zur ersten Mönchengladbacher Jugend-Stadtmeisterschaft anmelden würden. Doch dann waren es 48 Schachspieler unter 18 Jahren, die in der Aula des Gymnasiums an der Gartenstraße um den Titel kämpften. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt der Vorsitzende des Schachklubs (SK) Turm Rheydt. Knapp die Hälfte kamen aus seinem Verein, der das Turnier organisierte. Der zweite Teil setzte sich aus Spielern anderer Vereine oder Schul-Arbeitsgemeinschaften (AGs) zusammen, die von Turm betreut werden.
Zur Deutschen Meisterschaft
Mit der Spitze hatte Warners Nachwuchs jedoch nichts zu tun: Stadtmeister wurde Christoph Schlomberg vom Mönchengladbacher Schachverein vor Ilia Faktorovich und Sven Reichardt vom Rheydter Schachverein. Daniel Jackson auf Platz vier war der beste Turm-Teilnehmer. Er ist einer von 65 Jugendlichen unter 20 Jahren, die dem 122 Mitglieder zählenden Klub angehören. „Wir betreuen aber auch noch 108 Jugendliche“, sagt Alfred Warner: die Spieler in den fünf AGs an weiterführenden Schulen. Dies hat der Verein aufgebaut, „weil uns Eltern und Schulen darauf angesprochen haben“.
Schach eigne sich zum Beispiel gut dazu, auf schwierige Schüler positiv einzuwirken. „Uns geht es nicht nur um das Schachspiel als solches. Sondern auch um Anstand, Benehmen und logisches Denken“, sagt Warner. „Das Interesse der Jugendlichen am Schach ist in den vergangenen zwei Jahren unheimlich gestiegen. Woran das genau liegt, weiß ich auch nicht.“ Hannah Koppers (13) vom SK Turm, die bei der Stadtmeisterschaft in der Klasse U14 den ersten Platz belegte und mit ihrer U20- Vereins-Mädchenmannschaft im Dezember zur Deutschen Meisterschaft fährt, weiß jedenfalls genau, warum sie spielt – siehe oben.
Vor allem Blitzschachturniere wie die Stadtmeisterschaft mit nur 15 Minuten Bedenkzeit pro Gegner, gefallen ihr. „Da kann man einfach mal drauf los spielen.“ Ihre Vereinskameraden, das Nesthäkchen Christian Schellen (7) und Samaridden Nasimov (11), der mit der U12 bald zur Endrunde der Landesmeisterschaft fährt, gewannen bei der Stadtmeisterschaft zwar nichts. Aber dafür sind sie sich einig: „Schach macht einfach Spaß.“
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