Fußball: Das Fass lief einfach über
zuletzt aktualisiert: 26.01.2010Wolfgang Brück über die Gründe für seinen Rücktritt als Co-Trainer beim Fußball-Landesligisten Rheydter Spielverein
Mit dem Trainer-Duo Damir Knezovic und Wolfgang Brück schien Landesligist Rheydter Spielverein eine sehr gute Verpflichtung gelungen zu sein. Obwohl der Kader nicht zu den besten der Liga zu rechnen ist, brachten die beiden Verein und Spieler auf einen sehr guten Weg. D
er Klassenverbleib scheint sehr wohl möglich. Da warf Wolfgang Brück nach einer schwachen Vorstellung des "Spö" beim Hallen-Masters in Dülken die Brocken hin.
Hat Sie das traurige Ergebnis des Hallenfußballs so sehr mitgenommen?
Brück Überhaupt nicht. Es kann doch nicht sein, dass man wegen einer derartigen Nichtigkeit nach einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit einfach kündigt. Da müssen andere Gründe vorliegen.
Wolfgang Brück
Vereine als Spieler Odenkirchen 05/07, DJK/VfL Giesenkirchen, TuS Wickrath, Aachen
Vereine als Trainer Odenkirchen, Fortuna Dilkrath, zuletzt Co-Trainer beim Rheydter SV
Beruf Angestellter im Gartenamt der Stadt Korschenbroich
Wollen Sie über diese Gründe Auskunft geben?
Brück Für die Insider durfte meine Entscheidung keine Überraschung sein. Ich bin ein konsequenter Mensch, wenn mir der Geduldsfaden gerissen ist. Die ganze Sache hat sich seit Oktober entwickelt. Es summierten sich Kleinigkeiten, die das Fass zum Überlaufen brachten. Es kann einfach nicht sein, dass man mich beleidigen und bedrohen darf. Das war eine Sache, die viele mitbekommen haben. Es wurde ja sogar die Polizei gerufen. Das kann und will ich nicht so einfach hinnehmen. In einem solchen Fall erwarte ich auch die Unterstützung des Vorstands. Den Vorstand hat es ja bis heute nicht interessiert, warum ich zurückgetreten bin.
Man muss nach Ihrer Darstellung davon ausgehen, dass diese Unterstützung ausgeblieben ist.
Brück Ich habe in diesem Fall auf eine Anzeige verzichtet, obwohl ich dazu aufgefordert wurde, aber nicht vom Vorstand. Der verhielt sich auch sehr zurückhaltend. Ich habe schon zu diesem Zeitpunkt deutlich gemacht, dass ich Konsequenzen ziehen würde, wenn nichts passieren wird. Das ist eben nicht geschehen. Überhaupt habe ich den Vorstand in Person von Horst Imdahl nur selten gesehen. Wir wurden als neue Trainer nicht vorgestellt. Die Weihnachtsfeier haben wir als Mannschaft ganz alleine finanziert. Dazu kamen noch weitere Geschichten, die mir den Spaß genommen haben.
Vielleicht hat sich Horst Imdahl selten bei Ihnen gemeldet, weil sie schon recht früh in Odenkirchen als Trainer im Gespräch waren.
Brück Ich habe mit Beginn meiner Tätigkeit darauf hingewiesen, dass ich dann Gespräche mit anderen Vereinen führen werde, wenn mir eine Stelle als Cheftrainer angeboten würde. Das war mit Odenkirchen der Fall. Es ist doch klar, dass Co-Trainer sich für solche Angebote interessieren müssen. Ich bin aber mit dieser Sache von Beginn an sehr offen und ehrlich umgegangen. Unruhe kann das nicht erzeugt haben. Ganz im Gegenteil haben wir danach unsere beste Serie hingelegt.
Aber Sie müssen schon mit dem Vorwurf leben, dass Sie es nie lange bei einem Verein aushalten.
Brück Ich habe in Odenkirchen fünf Jahre in Folge erfolgreich gearbeitet. Bei Fortuna Dilkrath waren wir auf einem guten Weg, aber beim Training ließen sich teilweise nur sechs Spieler sehen. Das ist dann nicht meine Welt. Daraus ziehe ich Konsequenzen. In Lürrip hatte ich zwar zugesagt, aber wegen der damals unklaren Lage direkt zurückgezogen. Klar, es ist für mich als Trainer dadurch nicht leichter geworden. Das kann ich auch verstehen. Das ist nicht die beste Werbung.
War Ihr Entschluss nicht dennoch ein wenig übereilt, weil doch jetzt mit Hans Ludwig Hoffmann ein Mann mit im Boot ist, der das Trainerteam sicherlich unterstützt hätte.
Brück Es war einfach zuviel. Ich brauche Spaß und will meinen Stolz nicht verlieren. Ich habe auch noch Familie. Hans Ludwig Hoffmann ist sicher für Damir Knezovic, mit dem ich sehr gerne zusammen gearbeitet habe, ein tolle Unterstützung. Er ist auch ein Glück für den Verein. Hoffentlich bemerken das alle.
Kurt Theuerzeit sprach mit Wolfgang Brück, der als Co-Trainer des Fußball-Landesligisten Rheydter Spielverein zurück getreten ist.
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