David gen Goliath
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2007Etwas geknickt zog sich der neunjährige Robin Manglitz die schwarze Stahlmaske vom Kopf. Gerade hatte er 1:4 gegen Tobias Bähren (13) im Herren-Florett verloren. Und den einen Punkt hatte er nicht mal selbst gemacht, sondern schon mit ins Gefecht genommen: Als einer von nur zwei Schülern, die bei der Stadtmeisterschaft im Fechten in der Turnhalle an der Nordstraße antraten, bekam er pro Partie einen Punkt Vorsprung vor dem älteren Gegner. Dafür musste er sich ausschließlich mit B-Jugend-Kämpfern messen und hatte kaum Chancen, auch mal zu gewinnen.
Deshalb war der Junge mit seinem Wettkampf bis dahin nicht besonders zufrieden. Und überhaupt: „Im Verein sind alle größer als ich“, erzählte das Mitglied des Rheyeter TV leicht genervt. Wie in den Vorjahren richtete der RTV die Meisterschaft in den Disziplinen Degen und Florett aus. Kein Wunder: Er unterhält die einzige Fecht-Abteilung der Stadt.
„Feinde auf der Bahn“
53 Kämpfer kreuzten auf sechs 14 Meter langen Kampfbahnen die Klingen, in den Klassen Schüler, B- und A-Jugend, Junioren, Aktive und Senioren. „Die meisten Teilnehmer sind eher Freizeit-Fechter“, sagte RTV-Abteilungsleiterin Gabriele Catiche. Mit drei Ausnahmen: Tobias Bähren, Maximilian Kaiser und Christian Donga (beide 16), Degen-Fechter der A-Jugend.
Tobias Bähren ist der aktuelle Erste der Rheinischen Rangliste und war gestern bei den Stadtmeisterschaften in seiner Klasse natürlich Favorit. Robin Manglitz hatte gegen ihn wirklich nicht den Hauch einer Chance. Und das, obwohl Tobias es im Gefecht locker angehen ließ: „Ich nehme mich zurück und agiere mehr aus der Distanz, wenn ich gegen Jüngere fechte“, sagte er nach dem Kampf. So gnädig waren Maximilian Kaiser und Christian Donga nicht gestimmt. Für den Fall, dass sie am Ende des Tages miteinander den Stadtmeister-Titel in ihrer Klasse ausfechten mussten, hatten sie schon vormittags ganz klar ihre Prinzipien betont. „Neben der Bahn sind wir zwar beste Freunde, aber auf der Bahn sind wir Feinde“, sagte Maximilian.
Die beiden 16-Jährigen wollten eben unbedingt gewinnen und sich nochmal beweisen, bevor sie am nächsten Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend in Mosbach an den Start gehen. Beide haben dann das gleiche Ziel: „Deutscher Meister werden.“ Das werde zwar hart – aber es sei machbar, sagte Christian zuversichtlich.
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