Fußball: Der eingeflogene Staubsauger
VON KURT THEUERZEIT - zuletzt aktualisiert: 17.11.2006Chris Grandearth macht Samstag in Berlin Musik und spielt Sonntag mit Wickrath im Verfolgerduell der Fußball-Bezirksliga gegen Giesenkirchen. Beide Trainer rechnen mit einem 1:0. Wickrath ist eine gute Kasse sicher.
Veto aus Giesenkirchen
Einspruch Giesenkirchens Vorsitzender Siggi Moossen hat angekündigt, Einspruch gegen die Aberkennung der drei Punkte aus dem Spiel beim Rheydter SV einzulegen. Diesem Versuch dürfte aber nur geringer Erfolg beschieden sein.
Grenzlandduell Spitzenreiter Dülken hat Fortuna Dilkrath zu Gast. Durchaus möglich, dass die Gastgeber ihre erste Saisonniederlage kassieren. Giesenkirchen könnte dann wieder die Spitze übernehmen. Voraussetzung ist aber ein Sieg in Wickrath.
Es hätten gleich zwei flotte Tänzchen auf der Wickrather Sportanlage werden können. Aber der Tanzverein sagte sein Turnier ab, so dass die Fußballer die Anlage wieder alleine nutzen können. Jetzt wird es gegen den Tabellenzweiten Giesenkirchen nur ein flottes Tänzchen, aber das dürfte es in sich haben, geht es in dieser Partie doch darum, wer Bezirksliga-Spitzenreiter Dülken auf den Fersen bleiben kann.
Wickrath gegen Giesenkirchen war in den vergangenen Jahren immer ein Spitzenspiel. Am Sonntag ist es „nur“ ein Verfolgerduell. Immerhin haben beide Mannschaften ihre letzten Spiele mit 0:4 verloren. „Wir können offensichtlich nicht gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel gewinnen“, stellt Giesenkirchens Trainer Frank Mitschkowski fest. Damit hofft er, seine Spieler für die Partie in Wickrath schon einmal grundlegend zu motivieren. Kollege Norbert Müller weiß aber: „Wir dürfen den Abstand zu den Mannschaften an der Spitze nicht größer werden lassen.“
Unter Druck
Beide Mannschaften stehen also unter Druck, eine Tatsache, die Frank Mitschkowski gar nicht einmal so ungern sieht: „Mit Druck sind wir besser. Unsere Neuzugänge gehen damit vorbildlich um. Das wirkt sich auch auf die anderen, die ein wenig schlechter mit dem Druck umgehen können, positiv aus. Es hinterlässt schon ein wenig Spuren, wenn man dreimal Zweiter geworden ist.“
Ganz andere Probleme beschäftigen Norbert Müller: „Etliche Verletzte sind noch nicht so weit, dass sie eingesetzt werden können. Nach dem 0:4 in Dilkrath habe ich kaum Alternativen, um die Mannschaft zu verändern.“ Ihm wäre der frühere Giesenkirchener Christian Molls als Mitwirkender sehr willkommen gewesen. Er wird nach seiner Roten Karte in Rheydt aber wohl noch weitere zwei Wochen gesperrt sein. „Er hätte uns vor allem spielerisch geholfen“, ist sich Norbert Müller sicher.
Auf die Hilfe eines anderen Akteurs braucht er nicht zu verzichten. Chris Granderath, der am Wochenende mit der Band „Just is“ ein Konzert in Berlin gibt, wird aus der Hauptstadt eingeflogen. „Um neun Uhr hole ich ihn am Düsseldorfer Flughafen ab. Dann kann er sich noch ein wenig ausruhen, um uns nachmittags zu helfen“, freut sich Norbert Müller über das große Engagement seines Staubsaugers. Und es gibt für die Wickrather schon vor dem Anpfiff eine weitere Freude. Hätte das Tanzturnier stattgefunden, wäre dadurch auch Konkurrenz bei der Beköstigung der Zuschauer entstanden. Nun sind die Wickrather auf diesem Gebiet Monopolist und können sich auf eine gute Kasse freuen. Geht es nach Trainer Norbert Müller, wird es nach dem Spiel noch mehr Freude geben, denn er rechnet mit einem 1:0. Sein Kollege Frank Mitschkowski geht auch von einem 1:0 aus – für Giesenkirchen. Vielleicht irren aber beide Experten und man trennt sich wie im Vorjahr unentschieden. Das käme der Konkurrenz aus dem Grenzland entgegen.
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