Handball: Der TVK in der Rückrunde
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Zweite Bundesliga Es war ein Klassespiel zweier Mannschaften, die zurecht im oberen Tabellendrittel stehen. Dennoch verlor der TV Korschenbroich am Freitagabend etwas unglücklich gegen den TV Bittenfeld 28:30. Ein Spiel, das Rückschlüsse auf den TVK in der Rückrunde zu lässt.
Das war gut: Die Abwehr funktionierte ohne Dennis Marquardt erstaunlich souverän. Auch wenn Bittenfelds Linkshänder Sebastian Seitner zu oft traf, weil der Block nicht so sicher stand wie mit dem blonden Hünen – der TV Korschenbroich eroberte sich gerade in der Anfangsphase viele Bälle und kam zu Kontertoren. Die Abwehr ist nun beweglicher, stört den gegnerischen Rückraum etwas früher.
Das war nicht gut: Der TV Korschenbroich entwickelt über die Außen zu wenig Druck. Sowohl Mathias Deppisch auf der rechten als auch Markus Breuer bei einem Kurzeinsatz auf der linken Seite bekamen nicht viel vom Spiel mit. Erste Wahl als "Linksaußen" ist Marcel Görden, der jedoch als gelernter Kreisläufer häufig einrückt und dort im Verbund mit Jörn Ilper die gegnerische Abwehr aufmischt. Die Seite ist dann jedoch verwaist. Die Maßnahme, den erst 19-jährigen Robin Doetsch aus Dormagen zu verpflichten, darf als Unterstützung angesehen werden: Doetsch soll als Alternative zu Matthias Deppisch für Gefahr von der rechten Seite sorgen. Christian Rommelfanger erzielte gegen Bittenfeld zwar fünf Tore, erreichte dabei aber nur eine Trefferquote von 38 Prozent. Da das Korschenbroicher Spiel auf den Rückraum ausgelegt ist, sind Fehlversuche bei Rommelfanger und David Breuer (sechs bei elf Toren) zwar nicht ungewöhnlich, aber wenn der halblinke Rückraum nicht mit einem sicheren Werfer besetzt ist, ist das risikoreich.
Das war überraschend: Trainer Khalid Khan ließ Torwart Thomas Bauer nach dessen starker Europameisterschaft in Österreich 23 Minuten auf der Bank schmoren. Eine überraschende Maßnahme, die Khan so begründete: "Thomas war lange Zeit nicht bei der Mannschaft." Marcel Leclaire hatte hingegen den ganzen Januar, um sich auf das neue Abwehrsystem einzustellen. Das zeigt: Bauer ist nicht automatisch die Nummer eins.
Das war falsch: Khan lässt in Überzahl stets in offener Manndeckung verteidigen, um den Gegner unter Druck zu setzen. Bei so einem technisch starken, beweglichen und schnellen Team wie Bittenfeld ging der Schuss allerdings nach hinten los: Fast jeder Angriff der Schwaben in Unterzahl endete mit einem Tor.
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