Fußball: Ein Derby ohne Krawalle
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 07.10.2011Fußball (RP). Seit Jahrzehnten stehen sich Borussia und der 1. FC Köln in der Männer-Bundesliga als erbitterte Rivalen gegenüber. Nun treffen erstmals die beiden Frauenteams in der Zweiten Bundesliga aufeinander. Probleme erwartet keiner.
Die übrigen Spiele
Niederrheinliga Borussias Zweite Mannschaft (Tabellenplatz neun) empfängt am Sonntag um 12 Uhr den Tabellenvierten CfR Links.
Landesliga Der FSC Mönchengladbach reist am Sonntag zur noch sieglosen Reserve des GSV Moers (11 Uhr), während der SV Lürrip um 13 Uhr beim Spitzenreiter SV Grefrath antreten muss.
Fussball Fahnenklau, bengalische Feuer, Alkoholverbot und Wasserwerfer: Das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln hat zuletzt nicht nur sportlich für Schlagzeilen gesorgt. Der rheinische Schlager gehört zu den Risikospielen in der Bundesliga. Jüngst entsprach die DFL dem Wunsch der Sicherheitsbehörden und verlegte das Derby der Profis Ende November von Sonntag auf Freitagabend. In dem Treffen der Erzrivalen steckt eben eine besondere Brisanz, die selbst bei den Spielen der Reserve oder der Jugend zu spüren ist. Nun treffen die beiden Frauenteams in der Zweiten Bundesliga erstmals aufeinander. Von einer ähnlich aufgeheizten Atmosphäre am Sonntag im Grenzlandstadion geht bei den Verantwortlichen aber niemand aus.
"Wir hoffen natürlich, dass ein paar Leute mehr kommen als bei unseren ersten Heimspielen. 400 Zuschauer wären schon eine tolle Sache. Auf der anderen Seite erwarten wir bei unserem Derby aber auch keine Probleme", sagt Stefan Weger, der bei Borussias Frauen für den Spielbetrieb zuständig ist. Abgesichert hat sich Weger allerdings bei beiden Vereinen. "Wir werden alles so machen wie sonst auch. Der Eintritt ist frei. Es werden höchstens fünf Ordner mehr vor Ort sein, weil wir eventuell mehr Zuschauer als sonst haben werden", sagt Weger.
Ein Fanklub aus Köln hat sich bereits bei ihm angekündigt. Und natürlich fiebert auch Borussias Frauenfußball-Fanklub "Die Seele brennt" dem Derby entgegen. "Ich hoffe zum Wohle der Mädels auf ein gutes Spiel vor einer schönen Kulisse. Schließlich macht alleine der Name der Partie einen besonderen Reiz aus", sagt Vorstandsmitglied Jürgen Meis, der im Vorfeld sowohl Kölner als auch Gladbacher Fans kontaktiert hat. Allerdings wird es am Sonntag keine Unterstützung aus der aktiven Borussia-Fanszene geben.
"Es ist nicht böse gemeint, aber mit den Profis haben wir schon genug zu tun", sagt Matthias Neumann vom Gladbacher Fanprojekt. Borussias Frauen bereiten sich derweil konzentriert auf das Spiel vor. "Wir sind der Außenseiter, aber nicht auf verlorenem Posten. Köln ist auch noch nicht so in der Spur", sagt Trainer Friedel Baumann, der das erste Pflichtspiel gegen Köln nüchtern sieht.
"Aber die Mädels sind sich schon der Rivalität der Vereine bewusst und wollen den 1. FC natürlich schlagen", sagt Baumann, der wohl erstmals wieder auf Anne Jacobs nach deren Schulter-OP zurückgreifen kann. Die Weichen für ein gutes Frauen-Derby sind demnach gestellt, sowohl bei der Mannschaft als auch bei den Organisatoren. Es soll ein friedliches Derby werden – ganz ohne Krawall und Randale wie bei den Männern.
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