Reiten: Ein Parcours für hohe Ansprüche
VON PAUL OFFERMANNS UND O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Ein gutes Dutzend Helfer ist seit Montag eifrig dabei, das Reitgelände in Wickrath herzurichten für das große Schlosspark-Turnier. Doch das Wichtigste zwischen all den Zelten, Buden und der Oldtimer-Ausstellung sind natürlich die beiden „Arenen“, in denen von morgen bis Sonntag die Hauptdarsteller antreten: Hindernis-Parcours und Dressurviereck. Dafür sind zwei Brüder verantwortlich: Michael und Christoph Johnen. Von Beruf Versicherungsmakler bzw. Immobilienkaufmann – und passionierte Reitsportler (Michael Johnen ist auch Vorsitzender des RV St. Hubertus Herrenshoff-Abtshof).
„Den Parcours und die Helfer haben wir mitgebracht“, sagt Michael Johnen (49). Mit dem Aufstellen der Hindernisse ist es aber längst nicht getan: „Wir besprechen die Linienführung, reden über das Aussehen der Hindernisse und darüber, über welche Distanzen wir bauen.“ Und das wird dann von Prüfung zu Prüfung variiert. Die beiden, stets mit Zollstock und Maßband unterwegs, beobachten die Wettbewerbe: „Wie die Pferde springen, welche Reiter tatsächlich an den Start gehen.“ Danach entscheiden sie über die Linienführung: „Wir wollen guten Sport, und dass es trotz der hohen Anforderungen schöne Bilder gibt.“
Schließlich ist es nicht ein Feld-, Wald- und Wiesenturnier. „Wer in Wickrath startet, gehört zu den besseren Springreitern in Deutschland, auch wenn es sich nicht um so große Namen wie Beerbaum, Ehning oder Kutscher handelt“, weiß der Parcourschef. Auf der Teilnehmerliste stehen etliche, die schon Nationenpreise geritten sind. Die Neuseeländerin Katie McVean ist für die Olympischen Spiele qualifiziert. Katharina Offel vom RRC Rodderberg wurde schon bei den Weltreiterspielen in Aachen mit dem Nationalteam der Ukraine Vierte. Den kürzesten Weg hat Marc Bettinger. Er betreibt seinen Reitstall im Pferdesportzentrum Tuma neben dem Wickrather Schlosspark. Auch er ist schon für Deutschland geritten und immer wieder für eine Überraschung gut. Zuletzt gewann er auf Gladbacher Terrain in Hamern und bei den Abtshof-Classics je ein schweres S-Springen.
Am Ende des Turniers ist als Krönung das Drei-Sterne-S-Springen mit Siegerrunde um den Großen Preis der Stadt Mönchengladbach, dotiert mit 10 000 Euro. Das Springen ist anspruchsvoll – alleine schon durch die Hindernishöhen von 1,50 Meter. „Wer hier ein Drei-Sterne-S reitet, kann sich schon mit den besten Reitern auf internationalem Niveau messen“, ist Michael Johnen sicher.
Und in der Dressur reicht ein Name, um die Klasse in Wickrath zu zeigen: Isabell Werth aus Rheinberg, die im August ihre fünfte olympische Goldmedaille holen möchte, ist am Start – wie immer beim Schlosspark-Turnier.
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