Entspannen und den Bauch trainieren
VON NICOLE GONSIOR - zuletzt aktualisiert: 27.11.2007Dass sie gar keinen richtigen Sport mache, muss sich Sabine Weufen (43) immer seltener anhören. Mittlerweile sind ihre Schüler mit Feuereifer bei der Sache: Etwa sechs Wochen lang versuchen sich die Zwölftklässler der Gesamtschule Volksgarten beim Sportunterricht in Yoga, Shiatsu und Pilates. „Diese Sportarten sind gut für die Gesundheit und können mittlerweile in vielen Fitnessstudios gemacht werden“, sagt Sabine Weufen. „Trotzdem sind sie für viele Schüler unbekannt.“ Die sechswöchige Unterrichtsreihe soll das ändern.
Sabine Weufen macht in ihrer Freizeit selbst Yoga, Shiatsu und Pilates. „Nach einer Fortbildung habe ich den Schülern dann den Vorschlag gemacht, diese Sportarten im Unterricht durchzunehmen.“ Nun widmen sich die Zwölftklässler der Reihe nach einer der drei Entspannungsmethoden. „Angefangen haben wir mit Shiatsu, einer Form der körperlichen Massage“, berichtet die Lehrerin. „Die Schüler haben geschnurrt, weil die Massagen so angenehm waren.“ Wichtig sei, dass die Schüler aufeinander eingehen. „Die Jugendlichen sollen lernen, was ihnen selbst gut tut und was anderen gut tut.“
In der ersten Unterrichtsstunde Pilates erarbeiten die Jugendlichen einzelne Übungen in Gruppenarbeit. Nasiria Breker und Ireen Henrix probieren die sogenannte Rumpfdrehung aus. Während Ireen (17) sich mit dem Rücken auf die Matte legt, gibt Nasiria (17) Anweisungen. Die Handflächen berühren den Boden, das so genannte Powerhaus im Bauch und Beckenbereich wird angespannt. „Winkle die Knie an und atme tief ein“, sagt Nasiria. „Spann die Muskulatur an, leg die Beine beim Ausatmen nach links und wende den Kopf nach rechts.“
In dieser Position verharrt Ireen einige Sekunden, dann wiederholt sich die Prozedur. „Du sollst die Beine aber beim Ausatmen abwechselnd links und rechts ablegen“, verrät Nasiria. Ireen wiederholt die Übungen einige Male. „Das entspannt, und man merkt, dass der Bauch trainiert wird“, sagt sie. „Irgendwie ist das ein ungewohntes Gefühl, aber wenn man das öfters macht, ist das bestimmt eine super Sache.“
Trotzdem bleibt Shiatsu erst einmal der Favorit der Truppe. „Wenn Frau Weufen die Kopfmassage macht, schlafe ich direkt ein“, erzählt Giulia Felber. „Ich hab Shiatsu schon bei meiner Mutter ausprobiert – die fand das total klasse“, berichtet Vanessa Hertwig (17).
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