Fußball: Es wird Turbulenzen geben
VON KURT THEUERZEIT - zuletzt aktualisiert: 03.12.2009Spieler können den Verein wechseln, Vereine sich verstärken. Bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft wird es zum Jahreswechsel eine große Wechselbörse geben. Wickraths Trainer Norbert Müller vermisst ein Konzept der Mönchengladbacher Vereine.
"Im Hintergrund ist momentan ein Betrieb wie vor dem Saisonstart", stellt Wickraths Trainer Norbert Müller fest. Odenkirchens Fußballobmann Frank Breuer weiß: "Das kann noch turbulent werden nach dem, was man so hört." Bald beginnt die Winterpause, damit fällt auch der offizielle Startschuss für Vereinswechsel. Unzufriedene Kicker, abstiegsbedrohte oder ehrgeizige Vereine wollen oder müssen sich verändern. Die Jahnhalle wird wohl wie jedes Jahr bei der Hallen-Stadtmeisterschaft zur größten Wechselbörse im Mönchengladbacher Amateurfußball werden.
Hielten sich die Wechsel in der Vergangenheit noch in Grenzen, so darf nun mit großer Hektik gerechnet werden. Die Landesligisten Rheydter Spielverein und Giesenkirchen melden ebenso Personalbedarf an wie die Bezirksligisten Neuwerk, Hardt und Fortuna. Die Ware Spieler ist gefragt und bekommt übertriebene Bedeutung, die die Clubs einiges kosten wird.
Wechsel-Vorschriften
Zeitraum Vereinswechsel sind während der Winterpause möglich. Die Abmeldung muss bis zum 31. Dezember erfolgen, Anmeldung bei neuen Verein bis spätesten 31. Januar – nur mit Zustimmung des abgegebenden Vereins
Ablöse Der abgebende Verein kann die Summe frei festlegen und so durch die Höhe einen Wechsel verhindern.
Ausnahme Akteure, die sechs Monate nicht gespielt haben, können nach dieser Frist jederzeit und ohne Ablöse wechseln.
Vertragsamateure können im genannten Zeitraum wechseln und sind sofort spielberechtigt.
FC setzt wieder auf Eigengewächse
"Wir brauchen da nicht mitzumachen. Wir rekrutieren unsere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Diesen Weg haben wir wieder eingeschlagen und werden ihn weiter konsequent verfolgen", beobachtet Trainer Frank Mitschkowski vom Landesligisten 1. FC nur interessiert das Geschehen. Seine Kollegen in Rheydt und Giesenkirchen haben da schon deutlich mehr Probleme. Der Kader beim RSV schrumpft, es muss etwas getan werden. "Letztlich entscheiden die Spieler, was möglich ist. Wenn man Verstärkungen braucht, spricht man Spieler an. Das war früher nicht so, ist aber heute normal", sagt RSV-Trainer Damir Knezovic.
Kollege Markus Visschers muss heftig um den Klassenerhalt zittern: "Wenn ich als Spieler die Karre mit in den Dreck gefahren habe, muss ich sie auch wieder rausziehen. Ein Wechsel wäre für mich früher nicht in Frage gekommen. Aber ich muss zugeben, wir brauchen Spieler, weil unser Kader einschließlich der Reserve zu klein geworden ist."
Für Norbert Ringels, Trainer des Bezirksliga-Spitzenclubs SV Lürrip, wäre es eine Katastrophe, wenn andere Vereine einen seiner Stammspieler weglocken würden. Allerdings sieht er die Sache anders, wenn es Kicker betrifft, die nicht zu oft zum Einsatz gekommen sind: "Da ist der Wechsel im Winter eine gute Sache. Die Jungs wollen ja spielen."
Wechsel auf die Zukunft machen für Rheindahlens Trainer Manuel Moreira durchaus Sinn: "Ich nehme nur Geld in die Hand, wenn ich weiß, dass ich damit die Mannschaft über die Spielzeit hinaus verstärken kann. Notkäufe sind für mich indiskutabel." Noch krasser sieht es Wickraths Trainer Norbert Müller: "Ich alte nichts von dieser Wechselmöglichkeit. Spieler werden schon früh in der laufenden Hinrunde angesprochen. Da werden Summen genannt, dass einem die Schluppen ausfallen. Gladbachs Vereine brauchen ein gemeinsames Konzept, sonst werden sie gegeneinander ausgespielt."
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