Fußball: Kein Kneifen vor Borussia
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 27.09.2007Nein, da wird nicht etwa vor Borussia gekniffen. „Grund für unsere Absage des für diesen Freitag geplanten Renntages ist nicht die Sorge, das Fußballspiel zwischen Gladbach und Aachen könnte uns zu viele Besucher kosten. Es geht vor allem Kollegialität und Solidarität gegenüber Gelsenkirchen“, sagt Maren Hoever. Aber da ist natürlich auch die Sorge, selbst morgen nicht genügend Pferde für einen ordentlichen Renntag zu bekommen.
„Grundsätzlich wollen wir unsere Renntermine schon einhalten“, sagt Maren Hoever, Zweite Vorsitzende des Mönchengladbacher Trabrennvereins.Doch morgen wäre es einfach zu viel gewesen. Denn am Sonntag ist in Gelsenkirchen das St. Leger, eines der großen Rennen in Deutschland. Und am Mittwoch, dem Tag der deutschen Einheit, steht ab 14 Uhr auf der Bahn an der Niersbrücke das „Oktoberfest“ an: ein Renntag, der mit einem attraktiven Programm viele Besucher anlocken soll. Da es mittlerweile viel zu wenige Rennpferde gibt, haben die deutschen Trabersportler ihr Programm stark reduziert. Und ohne gegenseitige Rücksichtnahme geht es nicht. Darum Gladbachs Absage, die nach dem letzten Renntag ab 16. September beschlossen wurde.
Und der Trabrennverein, der 2005 die Nachfolge des insolventen Rheinischen Rennvereins übernahm, lebt von der Hand in dem Mund. „Die Umsätze sind im Grunde nicht zufriedenstellend. Aber für die Umstände läuft es nicht so schlecht. Wir haben ein treues Bahnpublikum und relativ gute Umsätze bei der Außenwette“, sagt Maren Hoever. Das meint auch der im vergangenen Jahr zurückgetretene Vorsitzende Werner Pietsch. Er engagiert sich nach wie vor für den Gladbacher Trabrennsport. Und ist so auch im neuen Förderverein. Der greift dem Rennverein mit Barem unter die Arme (erwarb zum Beispiel aus der Insolvenzmasse des Recklinghausener Rennvereins den Renn-Begleitwagen) und bemüht sich um Sponsoren.
„Eigentlich läuft es ganz gut“, sagt Werner Pietsch. Wenn da nur nicht das letzte Verfahren vor dem Arbeitsgericht wäre. Das hat rechtskräftig entschieden, das eine Angestellte des insolventen Rheinischen Rennvereins vom Nachfolge-Verein weiter beschäftigt werden müsste. Jetzt steht die Klage auf Feststellung ihrer Ansprüche an. Und die könnten für den ehrenamtlich geführten Verein zu einer so großen Belastung werden, dass er aufgeben muss.
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