Fußball: Landesliga: Angst vor Abstieg scheint gebannt
VON KURT THEUERZEIT - zuletzt aktualisiert: 27.01.2011Der Rheydter Spielverein kann erst mal durchatmen. Er steht auf der Liste der Abstiegskandidaten nun nicht mehr an erster Stelle. Denn nachdem Union Solingen schon zum Saisonstart als erster Absteiger feststand, kommt nun mit hoher Wahrscheinlichkeit der VfR Neuss hinzu.
Fehlt zum Glück der anderen Klubs ein drittes Opfer: das könnte der 1. FC Grevenbroich-Süd sein. "Warum sollen wir jetzt noch personell zulegen? Wir können nicht mehr absteigen, haben eine Mannschaft mit Potenzial und wollen weiter im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten bleiben", sagt Rheydts Aufsichtsratsmitglied Horst Imdahl.
Tatsache ist, dass die Neusser Vereinskasse so leer ist wie ein ausgetrocknetes Flussbett. Kurz vor Weihnachten reichte der Verein den Insolvenzantrag ein. Zur Umsetzung des Antrags wird wieder Geld benötigt (5000 Euro). Das aber muss erst noch gesammelt werden. Gelingt das nicht, wird der Traditionsklub ganz aus der Vereinslandschaft verschwinden. Die bisherigen Spiele des VfR Neuss würden dann gestrichen. Der neue Vorsitzende Josef Wendt will aber das Weiterbestehen sichern.
Auf jeden Fall würde Staffelleiter Reinhold Dohmen die Tabellensituation ändern müssen. Freuen dürfte sich darüber neben dem VfB Solingen auch der Rheydter Spielverein (verbessert sich auf Rang acht), der sich vom VfR als zweite Mannschaft schlagen ließ. Nachteile hat die Sache für Spitzenreiter 1. FC Mönchengladbach, der auf Platz vier zurückfällt.
Neuss will aber wahrscheinlich trotz des Insolvenzverfahrens weiterspielen, bevor es möglicherweise in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga weitergeht. "Dann werden auch alle Spiele gestrichen. Die geplanten Spiele können ohne Wertung durchgeführt werden. Die Gegner müssen aber nicht antreten", erläutert Staffelleiter Reinhold Dohmen.
Mehr Hoffnung auf den Klassenerhalt macht sich Grevenbroich-Süd. Auch dort waren die Geldmittel knapp geworden. Vor Weihnachten wurde den Spielern erklärt, sie könnten sofort den Verein wechseln. Davon machten vier Spieler Gebrauch. Michelle Fasanelli heuerte wieder beim 1. FC Mönchengladbach an. Sascha Bechtold, der mit dem Spielverein in Verbindung gebracht wurde, steht ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Trainer Torsten Müllers setzt nun auf die Trotzreaktion eines überschaubaren Fähnleins von Aufrechten: "Wir haben noch immer das sportliche Potenzial und schaffen den Klassenerhalt."
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