Borussia Mönchengladbach: Leckie ist mittendrin
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.08.2011Der Australier kam gegen Stuttgart zum ersten Bundesliga-Einsatz. Er machte einen guten Eindruck, während sich Raúl Bobadilla schwer tat. Gegen Wolfsburg könnte Leckie sein Startelf-Debüt feiern, da Igor de Camargo noch fehlt.
Mathew Leckie war zufrieden. Und ein wenig stolz. Dafür waren 13 Minuten verantwortlich, die der Australier am Samstag auf dem Rasen des Borussia-Parks verbrachte. Es war sein Debüt in der deutschen Bundesliga am zweiten Spieltag seiner ersten Saison in Gladbach – davon hatte Leckie, 20, nicht zu träumen gewagt, als er Ende Juni den Job bei Borussia antrat.
Damals vermuteten ihn die meisten weit weg von der Bundesliga, nun ist er nach einer starken Vorbereitung mitten drin. Dass er dafür auf die Teilnahme an der U 20-Weltmeisterschaft in Kolumbien verzichten musste, ist "schade, aber gut für mich, denn sonst hätte ich hier den Anschluss verloren".
Meyer findet Favre gut
Lob "Was er in der Gesamtheit bei Borussia gemacht hat, ist sehr beeindruckend. Er ist im Februar in einer hoch komplizierten Situation gekommen und hat mit seiner Erfahrung schnell ein gutes Gespür dafür gehabt, was im Kader zusammenpasst und was nicht", sagt Präsidiumsmitglied Hans Meyer über Trainer Lucien Favre.
"Ein tolles Gefühl"
"Es war ein tolles Gefühl", berichtete Leckie. Zwar hat der Stürmer am 1:1-Endstand zwischen Borussia und dem VfB Stuttgart nichts mehr ändern können, doch hat er ansatzweise gezeigt, dass er etwas bewirken kann mit seinem schnellen und robusten Spiel. Leckie war auffälliger als der Kollege Raúl Bobadilla, der sich in den ersten 70 Minuten der Partie versuchen durfte. Bobadilla war bemüht, fiel aber jenseits von einigen gewagten Zweikämpfen (einer brachte ihm die Gelbe Karte ein) nicht weiter auf.
Nun steht schon am Freitag das nächste Spiel an, wieder im Borussia-Park. Gegner ist der VfL Wolfsburg. Ein Gast mit wenig Magnetwirkung. Weswegen die Borussen das Spiel und seine Wichtigkeit auf ihrer Internetseite fleißig bewerben. "Der Sieger der Partie darf für eine Nacht an der Tabellenspitze übernachten, Wolfsburg könnte das – rein theoretisch betrachtet – über die Tordifferenz regeln, Borussia braucht dazu ,nur' einen Sieg, um mit sieben Punkten sensationell gut aus den Startlöchern zu kommen", heißt es. Zuvor wird mitgeteilt, dass noch "Tickets in allen Kategorien zu haben sind" für die Partie, die um 20.30 Uhr beginnt. "Die Plätze im Süden kosten gegen die Wölfe alle nur 19,90 Euro", lockt der Tabellenvierte die Kundschaft.
Geht es nach Mathew Leckie, können die Fans, die am Freitag kommen, seinen Namen brüllen, wenn Stadionsprecher Torsten Knippertz die Startaufstellung der Borussen verliest. In dieser wird wie gegen Stuttgart der Name Igor de Camargo fehlen. Der Tor-Held von München wird in dieser Woche nur in der Reha vorstellig werden, nicht aber auf dem Trainingsplatz. Somit muss Trainer Lucien Favre entscheiden, ob wieder Bobadilla oder dieses Mal Leckie neben Mike Hanke stürmen darf anstelle de Camargos. Favre hat indes weitere Optionen: Er könnte, wie gegen Stuttgart am Ende, Marco Reus nach vorn ziehen und eine andere Lösung für die rechte Seite (Herrmann, Rupp?) finden. Zudem gibt es Joshua King, die Leihgabe aus Manchester.
Favre hatte gestern Zeit, sich für Freitag Gedanken zu machen, denn es war trainingsfrei. Borussias Trainer, der inzwischen aus dem Hotel in ein Eigenheim umgesiedelt ist, war mit den Darbietungen seines Teams gegen den VfB nicht zufrieden. Er sah zu viele Unstimmigkeiten in der Defensive und zu wenig Ballsicherheit im Spiel nach vorn. So etwas gefällt dem akribischen Schweizer überhaupt nicht, weswegen er sich schon am Sonntag beim Training einige der Seinen vornahm und ihnen ins Gewissen redete. Weitere Gespräche dürften ab heute folgen, wenn die Borussen wieder die Arbeit aufnehmen.
Mathew Leckie indes gehörte zu denen, die wenig Anlass zum Mäkeln gaben. Darum darf er am Freitag vielleicht auf ein erneutes Debüt hoffen: in der Startelf.
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